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Der Ärger mit den Papierrechnungs-Gebühren
Aus Espresso vom 06.05.2021.
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Lästige Regelung «Muss ich für die Papierrechnung wirklich eine Gebühr zahlen?»

Ein Hörer fühlt sich abgezockt und erpresst: Wenn er die monatliche Rechnung seines Telefonanbieters weiterhin auf Papier will, muss dafür extra zahlen. «Espresso» sagt, ob diese Praxis überhaupt zulässig ist.

Drei Franken soll ein «Espresso»-Hörer jeden Monat dafür bezahlen, damit er seine Rechnung nicht per Mail oder e-Bill, sondern auf Papier erhält. Der Mann fühlt sich abgezockt und erpresst.

Die Rechtslage kurz erklärt:

  • Laut Obligationenrecht hat ein Anbieter gegenüber seiner Kundin eine sogenannte Auskunfts- und Rechenschaftspflicht. Daraus lässt sich die Pflicht ableiten, für erbrachte Leistungen eine detaillierte Rechnung zu stellen.
  • Ob der Anbieter für die Rechnung Gebühren verlangen darf, ist im Obligationenrecht nicht geregelt. Ohne eine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung wäre eine solche Gebühr nach der Meinung vieler Juristinnen nicht rechtens.

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  • In der Praxis finden sich solche Regelungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vieler Anbieter: Telekommunikationsanbieter etwa verlangen schon seit Jahren für die Ausstellung einer Papierrechnung eine Gebühr, meist zwischen einem und drei Franken pro Rechnung.
  • Wer bei Vertragsschluss diese AGB akzeptiert, hat rechtlich keine Handhabe, sich gegen solche Gebühren zu wehren.
  • Der «Espresso»-Hörer aus dem Kanton Bern hat dennoch eine Chance, sich die lästigen Gebühren zu sparen: Sein Telekommunikationsanbieter – die Swisscom – gibt ihm die Möglichkeit, die detaillierte Rechnung im Shop einzusehen und gleich dort zu bezahlen. Bei anderen Anbietern ist auch dieser Service kostenpflichtig und teils teurer als die Gebühr für die Papierrechnung.

Espresso, 06.05.2021, 08:13 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Gerhard Hählen  (Gerhard Hählen)
    Mich stört das nicht so, wenn es eine Alternative gibt. Mich stört eher, dass man neuerdings bei angemeldeter E-Kommunikation nur noch eine Meldung per Mail kommt, dass man irgendwelche Dokumente auf dem Portal abholen (kann) muss... Darunter sind auch Rechnungen vorhanden. Ich finde, dass das nicht "rechtens" sein sollte und man wenigstens die Rechnungen per Mail zugesendet bekommt und nicht einfach nur einen Hinweis auf Dokumente... Jede Firma macht, was sie will... (z.B. Krankenkassen).
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  • Kommentar von Willi Meier  (wm)
    Bezahlung via Lastschriftverfahren dürfte gratis sein.
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  • Kommentar von Manuel Arrocho  (theFreeman)
    Ich finde es im Sinne des Verursacherprinzips richtig, wenn Kunden, die noch immer eine Papierrechnung verlangen, diese auch bezahlen müssen. Die österreichische Lösung (die Papierrechnung per Gesetz "gratis" zu machen) bedeutet nichts anderes, als dass die Kosten, die dafür entstehen, auf alle Kunden überwälzt werden. Die Schweiz ist schon eine Hochpreisinsel, also ist das der falsche Weg. Papierrechnungen sind letztes Jahrhundert, auch aus ökologischer Sicht!
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