Pellet-Grills: Nischenprodukt oder neuer Trend?

Schnell wie ein Gasgrill - mit dem Geschmack von Holzkohle: Pellet-Grills sind in den USA seit einigen Jahren ein Renner. Als Brennmaterial braucht es Holz-Pellets, wie von Heizungen. In der Schweiz sind Pellet-Grills jedoch nur absoluten Grill-Fans ein Begriff und nur eingeschränkt verfügbar.

Peter Bräcker ist Mitglied im Verein World Barbecue Team Schweiz und hat auch schon an internationalen Grillwettkämpfen teilgenommen. Er schwört seit mehreren Jahren auf den Pellet-Grill.

Der Vorteil gegenüber anderen Grillsystemen: Die Temperatur kann relativ exakt eingestellt werden. So können problemlos sowohl grosse Fleischstücke mit niedrigen Temperaturen als auch zum Beispiel Würste mit grosser Hitze grilliert werden.

Stromanschluss und hoher Preis

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So funktionieren Pellet-Grills: Eine Art Laufband führt die Pellets der Brennkammer zu, wo sie dann praktisch ohne Rückstände verbrennen. Dank Sensoren im Innern des Pellet-Grills kann die Temperatur präzise eingestellt werden, indem die Anzahl Pellets und die Geschwindigkeit gesteuert werden.

Die Elektronik bedingt jedoch einen Stromanschluss in der Nähe. Dies ist laut Peter Bräcker einer der Gründe, warum der Pellet-Grill bisher in der Schweiz einen schweren Stand hat.

Ein anderer ist der Preis: Unter 1000 Franken findet man in der Schweiz kaum einen solchen Grill. Peter Bräcker relativiert jedoch: «Ich sehe auch immer mehr Gasgrills zwischen 2000 und 4000 Franken, die in Schweizer Gärten stehen.» Zudem seien Pellets in der Anschaffung nicht teurer wie Gas.

Informationen praktisch nur im Internet

Pellet-Grills seien in der Schweiz im Gegensatz zur USA ein Nischenprodukt, sagt Peter Bräcker. Das werde sich auch nicht so schnell ändern. Nicht förderlich sei auch die schlechte Verfügbarkeit: Bei den Grossverteilern und grossen Grillhändlern sucht man Pellet-Grills zurzeit vergeblich.

«Wer sich für diese Art Grillieren interessiert, muss sich im Internet schlau machen, und den Grill auch dort kaufen», sagt Peter Bräcker.

Auch die Grossverteiler Coop und Migros warten bei diesem Trend noch ab. Coop sagt auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso», man prüfe bereits das Sortiment für die Grillsaison 2017. Dabei seien auch Pellet-Grills wieder ein Thema. Migros erklärt dagegen, eine Aufnahme ins Sortiment würde bedingen, dass die Preise näher bei Gas-Grills liegen würden.