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Rechtsfrage: Muss man für unbestellte Arbeiten zahlen?
Aus Espresso vom 28.08.2014.
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Sonstiges Recht Muss man unbestellte Arbeiten bezahlen?

«Espresso»-Hörer Stephan Wigger fällt auf, dass seine Garage am Auto unaufgefordert Arbeiten ausführt. Zum Beispiel Scheibenwischerwasser auffüllen oder das Auto aussen reinigen. Arbeiten, die Stephan Wigger nicht verlangt hat. Muss er trotzdem dafür bezahlen?

«Espresso»-Hörer Stephan Wigger aus Baar (ZG) schaut die Rechnungen seiner Autogarage genau an: Nach einem Reifenwechsel zum Beispiel würde ihm regelmässig das Auffüllen des Scheibenwischerwassers in Rechnung gestellt - oder eine Aussenreinigung. Arbeiten, die er nicht verlangt habe. «Muss ich für solche Leistungen bezahlen?», möchte Wigger von «Espresso» wissen.

Der Garagist muss beweisen, was der Kunde wollte

Bezahlen müssen Konsumentinnen und Konsumenten für Leistungen, die sie in Auftrag gegeben haben. Führt zum Beispiel eine Garage Reparaturen ohne Auftrag aus, so kann der Kunde die Bezahlung verweigern.

Beweispflichtig ist übrigens die Garage: Sie muss belegen können, welche Arbeiten der Kunde gewünscht hat – nicht umgekehrt.

Entdeckt nun ein Mechaniker beim Service, dass ein für die Betriebssicherheit des Wagens notwendiges Teil beschädigt oder abgenutzt ist, zum Beispiel ein Ölfilter, so wird er diesen auswechseln.

Ist eine solche Arbeit im Interesse des Kunden, muss dieser dafür bezahlen. Auch hier muss der Garagist beweisen können, dass die Reparatur oder der Austausch tatsächlich nötig war.

Nur betriebsnotwendige Arbeiten dürfen auf der Rechnung stehen

Das Auffüllen von Scheibenwischerwasser oder eine Aussenreinigung mögen ein guter Service sein, betriebsnotwendige Arbeiten sind sie nicht.

Weil Stephan Wigger nun aber mit einem gefüllten Tank nach Hause fährt, kann er darauf bestehen, dass er das aufgefüllte Wasser bezahlt, nicht aber die Arbeit fürs Auffüllen und für die Reinigung.

Bei so genannten Auftragsüberschreitungen müssen Kunden höchstens die Materialkosten bezahlen, nicht aber den Arbeitsaufwand. Macht eine Reparatur überhaupt keinen Sinn, zum Beispiel weil das Auto demnächst verschrottet würde, schuldet der Kunde sogar nur einen reduzierten Materialwert.

Konsumentinnen und Konsumenten können in einer solchen Situation aber auch verlangen, dass eine Reparatur wieder rückgängig gemacht wird. Sofern das überhaupt noch möglich ist.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Baggenstos  (Roggo)
    Die letzten Einträge sind zwar schon ein paar Jährchen her, dennoch möchte ich es nicht lassen euch bezüglich Scheibenwischwasser einen Link zu empfehlen.

    Es gibt einen Sticker für den Wischwasserdeckel der es klar macht, dass das Scheibenwischwasser selbst nachgefüllt wird.

    Den Aufkleber gibts für CHF 3.90 (inkl. Versand) auf Too-Much-Service.com zu kaufen.
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  • Kommentar von Ruedi , Stäfa
    Auch ich monierte einmal bei einer Garage die Sache mit dem Scheibenwischerreiniger da ich im Reservereiniger dabei habe und die Garage das Doppelte verlangt. Den Scheibenreiniger kann ich noch selber auffüllen. Daraufhin wurde dann verzichtet. Mussten andere als die verlangten Reparaturen ausgeführt werden wurde ich bis jetzt immer vorgängig kontaktiert ob ok ist oder was zu machen ist.
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  • Kommentar von Peter Koller , Küsnacht
    Wie bei Herrn Wigger wird bei mir auch bei jedem Service routinemässig das Scheibenwischerwasser aufgefüllt. Jedes Mal werden 2 Liter in Rechnung gestellt. Sie schreiben hier, dass man die Materialkosten bezahlen muss - das ist ja schön und gut. Aber eine 2-Liter-Flasche Scheibenwischerwasser kostet an der Tankstelle CHF 7 und bei meiner Garage wird mindestens das doppelte verlangt. Was muss ich da als Kunde zahlen?
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    1. Antwort von N. Treyer , Ausserberg
      Nähme mich auch gerade wunder. Nur geht es bei uns um Oel, wo im Hander der 5-Liter-Kanister Fr. 35.- für jedermann kostet (also wohl für die Garage noch weniger, da sie viel einkauft), in der Garage aber Fr. 127.-!!! Das sind satte 362%! Das grenzt für mich schon an Wucher! Muss ich das bezahlen?