Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Salat und Fisch aus dem Untergrund: In einem Stollen in Flums werden Lebensmittel angebaut abspielen. Laufzeit 06:08 Minuten.
Aus Espresso vom 04.09.2019.
Inhalt

Aquaponik Regenbogenforellen und Gemüse aus dem Untergrund

Ein Konsortium kombiniert in Flums in einem Versuchsstollen unterirdische Fischzucht mit dem Anbau von Gemüse und Salaten.

Der Hagerbach-Stollen in Flums wurde in den 1970er-Jahren gebaut. Unter anderem wurde darin Sprengstoff getestet. Heute haben im Versuchsstollen Hightech-Unternehmen ihren Forschungsplatz.

Landwirtschaft auch in den Kellern der Städte?

Seit März 2019 betreibt das «Swiss Center of Applied Underground Technologie» (Scaut) zusammen mit internationalen Industrie-Partnern den weltweit ersten «Underground Green Farming»-Prototyp zur nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln.

Getestet wird, ob mit einem Aquaponik-System auch in einem Bergstollen oder in einem Keller Pflanzen wachsen können und ob eine Fischzucht an dieser unwirtlichen Stelle möglich ist. Klappt es, würde dies neue Möglichkeiten von Versorgung und Landwirtschaft etwa in Städten eröffnen.

Fisch-Abwasser wird zum Pflanzendünger

Aquaponik ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den beiden Wörtern Aquakultur und Hydroponik. Das Aquaponik-System arbeitet im Kreislauf: «Das über Fischexkremente mit Nährstoffen angereicherte Wasser aus den Fischbecken (Hydroponik) dient als Nahrungsquelle für die Pflanzen (Hydrokultur) und wird anschliessend wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt», erklärt Klaus Wachter, Geschäftsführer des Scaut.

Hochbeet mit Pflanzen
Legende: Auf sechs Hochbeeten wachsen verschiedene Pflanzen. Scaut

Der Prototyp im Versuchsstollen Hagerbach besteht dabei aus drei Bereichen: Zwei Fischbecken, Salatkulturen in sechs Hochbeeten und einer Biofilteranlage.

Erste Ernte eingefahren

Aquaponik-Systeme kennt man seit den 1980er-Jahren. Die meisten sind in Industriehallen installiert – sie brauchen also Landfläche. Im Gegensatz dazu geht bei einer Pflanzen- und Fischzucht im Untergrund kein Land verloren. «Die Herausforderung im Hagerbach-Stollen ist das fehlende Licht und die Regulation der Luftfeuchtigkeit», sagt Ingenieur Wachter. Bereits konnte eine erste Ernte eingefahren werden: «Wir sind zufrieden», sagt Wachter. Die gemessenen Werte stimmen mit den Vorgaben überein, und die Pflanzen sind gewachsen.

Aquaponik

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Aquaponik bezeichnet ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet. Bei einer Aquaponik-Anlage handelt es sich immer um die Kombination einer geschlossenen Kreislaufanlage zur Fischproduktion und einer Hydroponikanlage zur Pflanzenzucht, zum Beispiel für Gemüse und Kräuter.

Nun plant Scaut den Ausbau des Systems. Neben Gemüse und Salaten sollen auch Erdbeeren im Stollen geplant werden. Dabei will man die Abwärme von Servern nutzen, die in anderen Räumen des Versuchsstollens abgestellt sind.

Der Kanton St.Gallen hat für die Versuche eine befristete Bewilligung bis Ende Jahr erteilt. Bis dann will auch Scaut Bilanz ziehen.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von S. Moser  (123456789)
    Es braucht keine Horrorszenarien wie "Wachstums-Hormone und Antibiotika" (was nachweislich falsch ist), um die Übung von diesen 'Untergrundtechnologen'
    in Frage zu stellen. Mit wissenschaftlichem Flair werden Transportreduktion und Kreislaufgedanken als entscheidende Pluspunkte aufgeführt, während mit einer erstaunlichen Naivität davon ausgegangen wird, dass die Kellergeschosse von Liegenschaften überall brachliegen und Lüftungen ja sowieso eingebaut und betreiben würden - kostenlos natürlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wichtige Überlegung: Sinn und Unsinn solcher Überlegungen? 1. Fischzuchten (grössere Badewannen = nicht artgerechte Haltung! Zusätzlich entsprechendes "Mast-Futter" (meist mit Hormonen und Antibiotika, etc)! Dann wird das Fischbecken-Abwasser (mit Hormonen und Chemie) als "Düngemittel" für Pflanzen verwendet...! Diese gemästeten Fische, sowie Pflanzen und Gemüse mit Fischbecken-Abwasser, gelangen schlussendlich in den Oraganismus von Menschen...! Der Mensch ist, was er isst!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Stumpfsinnig, da verantwortungslos: nicht artgerechte "Fischzuchten", wo Fische in übergrossen Badewannen, mit entsprechendem Futter - meist mit Wachstums-Hormonen und Antibiotika - gefüttert werden, damit sie schnell fett werden wie die armen Tiere der Schnellmast-Tier-Fabriken der industrialisierten Landwirtschaft!! Anschliessend wird diese Mast-Fisch-Abwasser (mit Chemie und Hormonen) als Düngemittel weiterverwendet für Pflanzen...! Der Mensch, ist das letzte Glied in der Nahrungskette...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen