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Kassensturz-Tests Reiseversicherungen im Test: Nicht alle sind empfehlenswert

Reiseversicherung zahlen die Unkosten, wenn jemand eine Reise wegen einer Krankheit oder einem Stellenverslust absagen oder vorzeitig abbrechen muss. «Kassensturz» hat zwölf Reiseversicherungen verglichen. Fazit: Nicht alle sind empfehlenswert.

Legende: Video Reiseversicherungen im Test: Vorsicht vor dem Kleingedruckten abspielen. Laufzeit 15:10 Minuten.
Aus Kassensturz vom 14.06.2016.

«Kassensturz» hat zusammen mit dem Vermögenszentrum VZ zwölf häufig verkaufte Reiseversicherungen verglichen. Fazit: Punkto Deckung bei Annullation und Assistance schneiden fast alle gut ab. Einzig die CSS und der VCS bekommen wegen zu tiefer Deckungslimiten bei den Annullierungskosten ungenügende Noten.

Die wichtigsten Bausteine in einer Reiseschutz-Versicherung sind:

  • Annullationskosten
  • Personenassistance, Reptatriierung
  • Heilungskosten
  • Reisegepäck
  • Reiserechtsschutz

Verglichen haben der «Kassensturz» und das Vermögenszentrum VZ, welche Leistungen bei den einzelnen Produkten innerhalb dieser Bausteine in welchem Umfang gedeckt sind und welche Ausschlüsse im Kleingedruckten versteckt sind.

Die Prämie sagt nichts über die Qualität aus

Gross sind die Preisunterschiede der einzelnen Produkte. Die Jahresversicherungen kosten zwischen 200 Franken für eine Einzelperson respektive 296 Franken für eine Familie (Zürich) bis zu 337.65 respektive 573.10 bei der Mobiliar.

Der Testsieger zeigt, dass das beste Produkt nicht das teuerste sein muss: Bei der Allianz kostet eine Jahresreiseversicherung für eine Einzelperson 280, für eine Familie 400 Franken. Pluspunkte hat sich die Allianz bei den hohen Deckungen gesichert und den bis zu 1 Million Franken gedeckten Heilungskosten.

Als einzige Versicherung ungenügend schneidet im Test der Verkehrsclub VCS ab. Sein Produkt hat tiefe Deckungslimiten und schwerwiegende Ausschlüsse. VCS schreibt in seiner Stellungnahme, dass die angebotenen Deckungen in den meisten Fällen ausreichen und Kunden für teurere Reisen höhere Limiten abschliessen könnten. Bei den Ausschlüssen sehe man Handlungsbedarf und werde das Gespräch mit dem Leistungserbringer suchen.

Heilungskosten sind vielerorts nicht versichert

Wer in sich den Ferien vom Arzt oder im Spital behandeln lassen muss, kann in Ländern mit sehr hohen Gesundheitskosten (zum Beispiel Nordamerika, Kanada, Japan) plötzlich mit hohen Kosten konfrontiert werden, die von der Unfallversicherungen oder der Krankenkasse nicht vollständig übernommen werden.

Heilungskosten sind deshalb neben den Annullierungskosten und der Assitance ein wichtiger Baustein in einer Reiseversicherung.

Von den getesteten Produkten garantieren nur vier die zum Teil unbeschränkte Übernahme von Heilungskosten im Ausland: Der TCS, der CSS, die Europäische Reiseversicherung und die Allianz. Die anderen Versicherungen entrichten nur Kostenvorschüsse oder erbringen gar keine Leistungen und schneiden deshalb ungenügend ab.

Grosse Abzüge im Test mussten sich wegen ihrer weit reichenden Ausschlüsse in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen folgende Gesellschaften gefallen lassen: die CSS, die Europäische Reiseversicherung, der TCS und der VCS. Leistungsausschlüsse oder Einschränkungen bei chronischen und bei psychischen Erkrankungen haben die meisten Gesellschaften.

Während einige Versicherer vorbestehende Leiden - auch psychische - ganz ausschliessen, bezahlen andere, wenn sich der Gesundheitszustand auf einer Reise «unerwartet» und «akut» verschlechtert. Pikant: Mehrere Versicherungen zahlen nicht, wenn ein gesundheitliches Problem vor einer Reise «hypothetisch» hätte festgestellt werden können.

Besonders weit geht die Europäische Reiseversicherung: Bei psychischen Erkrankungen verlangt sie ein Attest eines Facharztes, also eines Psychiaters und zusätzlich eine Bestätigung des Arbeitgbers, dass die betreffende Person am Arbeitsplatz zu 100% krank gemeldet war.

Chronische Krankheiten sind häufig ausgeschlossen

Wer chronisch krank oder dauernd auf Medikamente angewiesen ist, erkundigt sich am besten vor Abschluss einer Versicherung über allfällige Ausschlüsse und lässt sich eine Deckung schriftlich von der Versicherung bestätigen. Sinnvoll ist es zudem, sich die Reisefähigkeit vor der Buchung einer Reise vom Arzt bestätigen zu lassen. Einzelne Versicherungen verlangen dies sogar ausdrücklich.

Der «Kassensturz»-Vergleich zeigt: Die höchste Deckung bei einer Reiseversicherung nützt nichts, wenn sich die Gesellschaft im Schadenfall auf eine Klausel oder einen Ausschluss berufen kann und deshalb nicht zahlen muss. Wer die für seine Bedürfnisse «richtige» Versicherung finden will, kommt nicht umher, das Kleingedruckte zu lesen. Und zwar ganz genau.

Legende: Video Studiogespräch mit Stefan Thurnherr, Versicherungsexperte VZ abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
Aus Kassensturz vom 14.06.2016.

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