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Rechtsfrage: Muss man bei Zug-Umleitungen ein neues Ticket lösen?
Aus Espresso vom 31.05.2018.
abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
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San Bernardino «SBB: Muss man bei Umleitungen ein zusätzliches Ticket lösen?»

Weil der San Bernadino-Tunnel nach einem Unfall gesperrt war, mussten zwei mit dem Zug aus München angereiste Frauen auf dem Weg ins Tessin einen Riesenumweg machen. «Espresso» sagt, ob das mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Um eine Freundin in Lostallo (GR) zu besuchen, mussten zwei Frauen aus München einen gewaltigen Umweg machen: Weil im San Bernardino-Tunnel ein Reisecar gebrannt hatte, war über Pfingsten die Postautostrecke von Chur nach Bellinzona gesperrt.

In Chur angekommen, mussten die Frauen aus München mit dem nächsten Zug zurück nach Zürich und via Arth-Goldau ins Tessin reisen. «Den Umweg hätten meine Freundinnen ja in Kauf genommen», schreibt die «Espresso»-Hörerin. Aber dass sie für diesen Umweg noch extra ein neues Billett kaufen mussten, verstehe sie nicht: «Meine Freundinnen können ja nichts dafür, dass der Tunnel gesperrt war.»

Diese Rechte haben gestrandete Zug-Passagiere

Welche Rechte Fahrgäste bei Zugsausfällen und Verspätungen haben, ist im allgemeinen Personentarif der Schweizer Transportunternehmungen geregelt:

  1. Bei Verspätungen werden Fahrgäste mit einem «Sorry»-Check entschädigt. Dies gilt allerdings nur bei Verspätungen im Fernverkehr, also auf Linien zwischen grossen Städten.
  2. Wer wegen einer Verspätung den letzten Anschluss verpasst, bekommt von der SBB eine Hotelübernachtung oder eine Taxifahrt bezahlt – bis maximal 150 Franken.
  3. Wer wegen einer Verspätung oder eines Ausfalls nicht wie geplant reisen kann, kann entweder auf die Reise verzichten und das Geld für das Billett zurückverlangen oder ohne Aufpreis eine andere Verbindung und Strecke wählen.

Dass für Umwege kein Aufpreis erhoben wird, gilt auch dann, wenn jemand für einen Streckenabschnitt noch kein Billett gelöst hat. Das Schalterpersonal in Chur hätte also den beiden Frauen aus München Billette für die Postautofahrt nach Bellinzona ausstellen müssen. Mit diesen Tickets hätten die Frauen dann über Zürich nach Bellinzona reisen können.

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Gute Nachrichten für die Freundinnen aus München

Hier sei offenbar ein Fehler passiert, schreibt die SBB an «Espresso». Selbstverständlich werde man den Fall der beiden Münchnerinnen noch einmal anschauen.

Laut Tarif ist die SBB verpflichtet, ihre Fahrgäste «gleichentags» ans Ziel zu bringen. Kann sie diese Leistung nicht erbringen, haben die Kunden lediglich Anspruch auf Spesenersatz für Taxi oder Übernachtung.

Für unbenützte Theater-Tickets gibt es keine Entschädigung

Weiteren Schadenersatz dagegen können Reisende nicht geltend machen. Wer also einen Flug verpasst oder eine Theatervorstellung, wird für zusätzliche oder unnütze Auslagen nicht entschädigt. Auch wer wegen einer Zugverspätung zur spät zur Arbeit kommt oder eine Prüfung verpasst, muss die Konsequenzen selber tragen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Rothenbühler  (Felix Rothenbühler)
    Heute schreiben die SBB auf dem online-Fahrplan zu einer Verbindung mit Störung/Verspätung: "Aufgrund der aktuellen Betriebslage (Verspätungen und Störungen) bieten wir Ihnen diese zusätzliche Verbindung an. [...] Bitte beachten Sie, dass Ihr Fahrausweis nicht grundsätzlich die Nutzung aller Reisewege einschliesst. "
    Das ist ja jetzt wieder äusserst hilfreich! Was darf ich nun mit diesem Ticket? Warum schreiben die lieben SBB nur, was ich allenfalls nicht darf? Wissen sie es (selber) nicht?
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  • Kommentar von Werner Caviezel  (Angemeldet)
    "Wer also einen Flug verpasst oder eine Theatervorstellung, wird für zusätzliche oder unnütze Auslagen nicht entschädigt." Das wird in der Regel von einer Reiseversicherung übernommen (weshalb sich eine Jahresversicherung meistens lohnt wenn man häufig unterwegs ist).
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  • Kommentar von Samuel Herrmann  (Samuel Herrmann)
    In der SBB App musste ich neulich für einen Bus/Bahnersatz mehr bezahlen. Es war nicht möglich das Billet die Normalstrecke zu kaufen.
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    1. Antwort von Felix Rothenbühler  (Felix Rothenbühler)
      Das war bei mir vor einigen Monaten ganz ähnlich: Da die Strecke unterbrochen war, musste man bei Bern auf Bus/Tram umsteigen. Mit der App konnte man die normale Strecke gar nicht lösen (was mir egal war), aber sie verrechnete auch direkt ein teureres Ticket mit den zusätzlichen Zonen für die Stadt. Meine Anfrage damals bei den SBB blieb unbeantwortet.

      @SRF: Bitte auch mal zu diesem Thema bei den SBB nachfragen. Danke.
    2. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Der Unterschied ist, dass die Frauen das Ticket schon hatten als der Tunnel gesperrt wurde. Sie wollten ein neues Ticket kaufen, was richtiger Weise nicht ging, weil die Strecke ja nicht bedient wurde.