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Schwarzfahrer ist mit Personalien eines Verstorbenen unterwegs
Aus Espresso vom 21.12.2018.
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Busse der SBB Schwarzfahrer mit den Personalien eines Verstorbenen unterwegs

Die Familie eines Verstorbenen wird Opfer eines Betrugs und muss gegenüber der SBB ihre Unschuld beweisen.

Die 74-jährige Frau versteht die Welt nicht mehr: Wie kann es sein, dass die SBB eine Busse wegen Schwarzfahrens an ihren verstorbenen Mann schickt? Sehr wahrscheinlich ist, dass ein Unbekannter bei der Billett-Kontrolle in einer S-Bahn die Personalien des verstorbenen Mannes angegeben hat. Ein dreister Betrug.

Die Witwe ist aufgewühlt und sucht nach Erklärungen. Sie ruft sofort bei der SBB an. Dort entschuldigt man sich für die Umstände und bittet sie, die Busse zurückzuschicken.

Das macht die Witwe und erhält daraufhin einen Brief der SBB mit der Bitte, die Kopie des Totenscheins ihres Mannes an die SBB zu schicken. Nun gerät die Frau erst recht aus dem Häuschen, denn sie hat den Totenschein nicht aufbewahrt. Die SBB besteht aber darauf.

Beweislast beim Opfer?

Nun schaltet sich der Sohn der Witwe ein. Er schreibt der SBB, dass es nicht Sache seiner Mutter sei, zu beweisen, dass ihr verstorbener Mann nicht mehr lebe. Doch die Verantwortlichen der SBB beharren darauf. Man könne sonst die Daten des Vaters nicht als «Missbrauch durch Unbekannt» im System ablegen.

Was folgt, ist ein unschöner Mailwechsel, bis die SBB schliesslich auf das Schriftstück verzichtet. Mutter und Sohn verstehen die Haltung der SBB weiterhin nicht, dass sie als Opfer eines Betrugs in die Beweispflicht kommen.

SBB: Normaler Prozess

Die SBB-Medienstelle beantwortet eine Anfrage vom SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» kurz: «Dass bei Angabe eines Todesfalles eine Sterbeurkunde oder eine Todesanzeige verlangt wird, ist der normale Prozess.»

«Espresso» hält fest, dass in der Schweiz der Rechtsgrundsatz gilt: Wer jemanden anschuldigt, ist verpflichtet, den entsprechenden Beweis dafür zu liefern.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Mario Kielhauser  (Mario Kielhauser)
    Es kann doch nicht sein, dass jemand, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, beweisen muss, nichts verbrochen zu haben, nur weil sich ein Betrüger mit seinem Namen ausgibt. Der Betroffene gerät völlig unverschuldet in eine unangenehme Situation. Und dann ist er auch noch tot! Schade, dass die Verwandten reagiert haben. Wäre richtig schön gewesen, den SBB-Beamten zuzuschauen, wie sie sich einmal mehr in einer peinlichen juristischen Situation verstrickt hätten.
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  • Kommentar von Louis Stucki  (Louis Stucki)
    Eigentlich sollten alle Erben ein Dokument haben, dass den Tod einer Person beweist (Korrespondenz mit Notaren, Erbschaftsbehörden usw.). Sonst kann sicher die Gemeinde des Wohnortes zum Zeitpunkt des Todes den Tod bestätigen, denn der Todesfall wurde sicher irgendwo registriert, das ist in der Schweiz so üblich. Ich verstehe, dass die SBB einen Beweis will, dass jemand nicht mehr lebt, sonst könnte ja jeder behaupten, der Schuldner sei verstorben, nur damit dieser nicht zahlen muss.
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    1. Antwort von Andreas Diethelm  (Okapi)
      Sie haben offensichtlich gar nichts begriffen. Vielleicht ist aber Ihre "Beratung" bloss eine Bewerbungsempfehlung an die Abteilung "Kundendialog". Damit können Sie sich gute Chancen ausrechnen.
    2. Antwort von ANTON MÜLLER  (Tonino1953)
      Dafür verlangt die Gemeinde dann sicher 30 Franken.
  • Kommentar von Werner Gubser  (Gubsi0)
    Die SBB lassen nichts unversucht, ihren Kunden das Zugfahren zu vergällen.
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