Eine Autolernfahrerin aus Zürich fragt sich kürzlich bei einem Schild mit der Aufschrift «Zürich 13 km»: Bis wohin wird diese Distanz eigentlich gemessen? Bis zum Bahnhof? Zur Altstadt? Oder bis zur Stadtgrenze? Das Bundesamt für Strassen (Astra) erklärt gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso»: Grundsätzlich werde die Distanz zur «geografischen Mitte» einer Ortschaft gemessen. So stehe es in der entsprechenden Norm des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS.
Ortsmitte gemäss Astra eine rein rechnerische Grösse
Doch was genau ist diese «geografische Mitte»? Laut Astra ist das kein bestimmtes Gebäude. Sondern eine rein «rechnerische Sache». Man betrachte den innersten Kern einer Ortschaft und nehme davon das Zentrum: «Deshalb ist es auch nicht immer der Bahnhof. Es kann auch eine Strasse in der Altstadt oder sogar ein Fluss sein.»
Die Vereinigung der Schweizerischen Strassenfachleute (VSS) ist für die Normen im Strassenverkehr zuständig. Dort heisst es: In der Praxis liege diese «Ortsmitte» typischerweise im Bereich des historischen Ortskerns oder eines sonstigen Zentrums, zum Beispiel im Innenstadtbereich, an einem bedeutenden Verkehrsknoten oder am Hauptbahnhof.
In Zürich zählen die Aussenquartiere
Und wie ist es konkret in Zürich? Vom Zürcher Tiefbauamt kommt eine überraschende Antwort: Es komme ganz darauf an, von wo man anfahre. Distanztafeln für Zürich würden sich immer aufs Zentrum oder den Bahnhof des jeweiligen Aussenquartiers beziehen. Bei der Anfahrt vom rechten Zürichseeufer beispielsweise, beziehen sich die Distanz-Tafeln immer auf den Bahnhof Tiefenbrunnen.
Das bedeutet: keine Regel ohne Ausnahme. Das bestätigt auch das Astra. Grundsätzlich seien Gemeinden und Kantone frei, Distanzen so zu messen, wie sie es möchten.