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«Espresso Aha!» Auch Töffs brauchen CH-Kleber

In Italien werden reihenweise Schweizer Autofahrer gebüsst, auf deren Auto kein grosser CH-Kleber prangt. Dies brachte Motorradfahrer Andreas Balli aus Aetigkofen (SO) auf die Frage, ob der Kleber auch am Töff vorgeschrieben sei: «Es hat gar keinen Platz dafür.»

Töff
Legende: Töff mit grossem CH-Kleber. zvg

Das Obligatorium gilt auch für Motorräder, antwortet Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen (Astra): «Wer über die Grenze fährt, muss den CH-Kleber anbringen. Und zwar den grossen, damit man auf der sicheren Seite ist.»

Dieser Kleber hat die gesetzlich vorgeschriebenen Masse von 11x17 Zentimetern. Und dafür findet sich hinten auf vielen Motorrädern kein Platz, die Fahrer behelfen sich daher mit einem kleineren Kleber.

Ein kleiner CH-Kleber gilt nicht

«Auf dem kleinen Kleber steht zwar auch CH drauf. Er ist aber im Wiener Abkommen über den Strassenverkehr, das den grenzüberschreitenden Verkehr regelt, nicht anerkannt», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach dazu.

«Der kleine Kleber kann dem Fahrer deshalb dasselbe Problem bringen wie gar kein CH-Kleber.» Und das wäre eine saftige Busse von in Italien beispielsweise über 300 Euro.

Im Scherz schlägt «Espresso»-Hörer Andreas Ball vor, er könnte den grossen CH-Kleber ja am Helm oder hinten an der Jacke anbringen. Vorgeschrieben ist jedoch, dass der Kleber am Heck des Fahrzeugs in der Nähe der Nummer angebracht wird.

Wenn am Motorrad dafür zu wenig Platz ist, bleibt dem Fahrer nichts anderes übrig, als dennoch mit dem kleineren Kleber eine Busse zu riskieren.

EU-Autos brauchen keinen Landeskleber

Weshalb aber müssen Motorräder aus EU-Staaten keinen Kleber mit dem Landeszeichen anbringen? «Weil bei den EU-Staaten das Landeszeichen ins Kontrollschild integriert und so anerkannt ist», erklärt Thomas Rohrbach.

So findet sich in Deutschen Autokennzeichen ein D, in Französischen ein F und so weiter.

Wer sich nun denkt: «Aber wir Schweizer haben doch unser Schweizerkreuz im Nummernschild!», dem sei gesagt: Dieses ist im Gegensatz zu «CH» im Wiener Abkommen über den Strassenverkehr nicht als Landeszeichen anerkannt.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von JoeCH, Basel
    In I und A sind es jetzt halt diese hässlichen und überflüssigen CH-Kleber. In der Schweiz gibt es aber ebenso viele absolut unnötige Vorschriften welche von den kontrollierenden Organen (meist die Polizei) dann auch ohne das Hirn zu gebrauchen nach Buchstaben umgesetzt werden. Selten mal begegnet man zum Glück mal auch einem Polizisten mit Hirn der den Sinn eines gesetztes erkennt. Es gibt viel zu viele Juristen auf diesem Planeten
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  • Kommentar von Laurent Koolen, Eiken
    Ihr redet doch allen um den Brei herum. Schweizer wollen einfach nicht einsehen das, dass Wiener Abkommen da ist für deutliche Erkennung von Landeskennzeichen und daran hat man sich zu halten. Wechsel einfach das Schweizer Kreuz in CH und es hat sich erledigt. Früher konnte man in der Schweiz auch nur mit Europäische Fahrzeuge mit ein Landeskennzeichen D , NL , F , I , usw einfahren, also gilt das jetzt für Schweizer auch. Es liegt deutlich an die Schweizer Bundesregierung, die nur Stur ist. .
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    1. Antwort von JoeCH, Basel
      Quatsch. Da geht's nur um Beamtensturheit und abzocke!! Dieses wiener Abkommen scheint mir ein veralteter Zopf zu sein. Bestimmte behörden nutzen das aus um Ausländer abzocken zu könne. 300 EUR sind doch einfach übertrieben für so einen unpraktikablen Quatsch! Der selbe Witz ist die Autobahnvignette für Motorräder und Anhänger.
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  • Kommentar von Andy Lüscher, Hausen am Albis
    Da hat wohl jemand seinen Job nicht gut gemacht, als das Wiener Abkommen behandelt wurde. Es kann doch nicht sein, dass die Landesflagge nich als Indentifikation anerkannt ist. Warum wird so was verhandelt in einem modernen Staat, müssen bald die Swiss ihre Schweizer Flagge tauschen gegen das "CH"und unser Nation tragen inkünftig keine roten T-Shirt sondern weisse mit vorne und hinten "CH" ?! Wie wärs, wenn man das endlich nachverhandelt und eine sinnvolle Lösung findet ?
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    1. Antwort von Markus Scheib, Buchs
      Die Flagge repräsentiert das Volk und nicht das Land. Italien ist ein Freimaurerisches Kunstprodukt. Italienische Fürstentümer haben bis 1870 aufgrund republikanischer Aufstände (vorangetrieben von den Freimaurern und dem Verschwörer Mazzini) einen Nationalstaat gegründet,eine Republik konnte aber erst nach dem WK2 durchgesetzt werden(Sozialistische Arbeiterverfassung von 1947).Die Sprache konnten am Anfang auch nur 2.5% der Bevölkerung sprechen.(Video auf Youtube "Italien- der Freimaurerstaat")
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