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«Espresso Aha!» Kocht gesalzenes Wasser schneller oder langsamer?

In einer Kochsendung verkündet ein TV-Koch, dass gesalzenes Wasser später koche als ungesalzenes. René Niklaus aus Adliswil (ZH) hört dies und will es von «Espresso Aha!» genau wissen. Unsere Expertin sagt: Der Koch liegt falsch!

Zwei Pfannen mit Wasser auf einer Herdplatte. Daneben steht eine Stoppuhr
Legende: Gehört das Salz ins kalte oder ins kochende Wasser? «Espresso Aha!» hat's ausprobiert. SRF

Gesalzenes Wasser kocht schneller als ungesalzenes, sagt Nicole Schwery, Co-Leiterin von «Natur und Technik begreifen», einem gemeinsamen Projekt von Kanton und Pädagogischer Hochschule Thurgau. Um auf diese Antwort zu kommen, müsse man zwei chemische Phänomene beachten.

Einerseits verringert die Zugabe von Salz die sogenannte spezifische Wärmekapazität von Wasser. «Wenn ich Salz zum Wasser gebe, nimmt es schneller Wärme auf», so Nicole Schwery.

Andererseits erhöht das Salz aber den Siedepunkt des Wassers: «Normales Wasser siedet bei 100 Grad, Salzwasser – je nach Salzanteil – bei ungefähr 102 Grad.» Das bedeutet: Das Wasser muss heisser werden, bis es kocht.

Der Unterschied ist gering

Auch wenn wegen dieser beiden Vorgänge das gesalzene Wasser etwas schneller kocht, bemerkt man den Unterschied im Alltag der Küche kaum. Nicole Schwery salzt ihr Spaghetti-Wasser einfach aus praktischen Gründen gleich zu Beginn: «Was drin ist, ist drin.» Wer das Wasser wirklich schneller zum Kochen bringen will, sollte aber einen Wasserkocher verwenden.

Korrigendum

In einer früheren Version dieses Textes haben wir behauptet, die spezifische Wärmekapazität erhöhe sich mit der Zugabe von Salz. Weiter haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass ein Wasserkocher Wasser in jedem Fall energiesparender zum Kochen bringt. Wir bitten Sie, diese Fehler zu entschuldigen.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Bolder, Muhen
    Interessante Diskussion. Ich mache es eh anders: Ich koche die Spaghetti ohne Salz, bis sie die richtige Konsistenz haben, dann schütte ich das Wasser ab und salze die Spaghetti nach meinem Geschmack. Der Vorteil: Ich schütte nicht unnötig Salz ins Meer; dieses ist schon salzig genug! ;)
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      PS: Was übrigens ebenfalls physikalischer Nonsens ist: Wasser kocht nicht, Wasser siedet. Der Begriff "Kochen" meint die Kunst der Nahrungszubereitung, in der Regel unter Zufuhr von Wärme. Natürlich spielt dabei der Siedepunkt des Wassers häufig eine Rolle.
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  • Kommentar von Julian Perrenoud, Seengen
    Da gebe ich Erwin Recht, das ist nicht das erste Mal, dass in einem SRF3 Artikel wieder fundamentale Physik 1 Grundvorlesungs-Basics durcheinander gebracht werden. Leistung, Energie......... Das ist peinlich, man hat sich aber im Journalismus daran gewöhnt. Wenn man aber einen Artikel schreibt unter dem Titel Aha! um eine Frage zu klären, dann bitte sorgfältig! Wikipedia gibt gerne Auskunft über die Grundbegriffe der Physik. Bitte Nachlesen beim nächsten Mal :-)
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  • Kommentar von Erwin, Bern
    Die SRG bekommt Steuergelder, aber auch Aufträge; einer davon ist der Bildungsauftrag. Jeder Physiker/Chemiker/Ingenieur könnte diese Frage korrekt beantworten, geliefert wird jedoch eine falsche Antwort, welche nicht nur die meisten relevanten Faktoren der Fragestellung ausser Acht lässt, sondern auch noch den einzig angesprochenen Faktor, die spezifische Wärmekapazität, falsch erklärt. Journalisten tragen Verantwortung. Fehlinformation ist inakzeptabel.
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    1. Antwort von ETH Student, Bern
      Hier muss ich Erwin recht geben. Der Grund- dass das diese Pseudowissenschaftlerin scheinbar wirklich so gesagt hat, erstaunt mich - ist, dass sich beim Lösen des Salzes, also der Aufspaltung in ein Natrium- und ein Chlor- Ion und dem Andocken an Wassermoleküle, Energie freigesetzt wird in Form von Wärme. Diese wird dem Topfinhalt hinzugefügt und das Wasser kocht schneller.
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