Beim Bahnübergang auf Standlicht schalten oder nicht?

Bis vor kurzem hiess es in der Verkehrsregelnverordnung, Autos müssten beim Bahnübergang auf Standlicht schalten. Nun steht geschrieben, man könne dies tun. Wie sollen sich Autofahrer nun beim Warten an der Schranke verhalten? «Espresso Aha!» ist dieser Frage nachgegangen.

Vielleicht haben Sie das auch noch für die Fahrprüfung gelernt: Wer an einem Bahnübergang anhält, der muss sein Licht von Abblend- auf Standlicht umstellen. So stand es bis 2014 im Artikel 31 der Verkehrsregelnverordnung (VRV), sagt Pascal Berchtold, Leiter Technik und Wirtschaft beim TCS. Seither wurde die VRV jedoch abgeändert. Neu heisst es dort im Artikel 30: «Bei längerem Halten kann auf die Standlichter umgeschaltet werden.»

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«Espresso Aha!»

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Niemand darf geblendet werden

Die Verpflichtung bei Bahnübergängen auf Standlicht umzustellen gibt es nach neuem Recht also nicht mehr. Dennoch dürfen Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig blenden. «Es ist nicht sehr angenehm, vor einem Bahnübergang während zehn Minuten in Scheinwerfer vom Auto gegenüber zu schauen», sagt Berchtold.

Allerdings: Wenn man vor dem Bahnübergang den Motor abstellt, dann stellen viele neuere Autos automatisch auf Standlicht um. Bei anderen muss man selber aufs Standlicht umstellen. Darum empfiehlt der TCS-Fachmann Pascal Berchtold, im Handbuch nachzuschauen oder einmal auszuprobieren, welche Lichter noch brennen, wenn man den Motor abstellt: «Auf einem Parkplatz kann man beispielsweise einmal ums Auto gehen und schauen, welche Lichter wirklich brennen. Wenn man nämlich vor einem Bahnübergang steht und gar kein Licht hat, kann das unter Umständen sehr gefährlich sein.»