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«Espresso Aha!»: Thunfisch: Wirklich mit der Angel gefangen?
Aus Espresso vom 24.03.2014.
abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
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«Espresso Aha!» Büchsen-Thunfisch: Wirklich mit der Angel gefangen?

Auf den Thunfisch-Dosen der Migros prangt der Schriftzug: «Einzeln mit der Angel gefangen.» Eine «Espresso»-Hörerin ist skeptisch und fragt, ob diese Aussage wirklich stimmen kann.

Blauweisses Logo auf dem steht «Einzeln mit der Angel gefangen».
Legende: Das Logo auf der Migros-Thunfischdose. zvg

Die Thunfische für die Konserven werden wirklich einzeln mit der Angel gefangen. Allerdings ist dabei nicht ein einzelner Fischer mit seinem Boot unterwegs. Es handelt sich um industrielle Angelfischerei. Von rund 30 Meter langen Fischerbooten werden mit kleinen Köderfischen Thunfische angelockt. Am Heck steht rund ein Dutzend Fischer bereit, welche die Fische mit der Angel praktisch im Sekundentakt aus dem Wasser ziehen.

Nachhaltiger als andere Fangmethoden

Die Fischer schleudern die gefangenen Fische über den Kopf aufs Schiffsdeck. Die Fische lösen sich automatisch vom Haken, weil dieser keinen Widerhaken hat. Die Fische bleiben auf dem Deck liegen und ersticken dort. Dies wird von Tierschützern teilweise kritisiert.

Die Thunfischerei mit der Angelrute wird von den Naturschutzorganisationen WWF und Greenpeace dennoch unterstützt, da sie nachhaltiger sei als andere Fangmethoden. Einerseits gebe es dabei keinen Beifang. Andererseits würden zu junge Fische ins Meer zurückgeworfen. Und: Auch bei der Netzfischerei würden die gefangenen Fische oft ersticken.

Diese sogenannte Pole-and-Line-Fischerei wird von der Internationalen Pole-and-Line-Stiftung kontrolliert und gefördert. Bei der Migros trägt der grösste Teil des so gefangenen Thunfischs auch das MSC-Label für nachhaltige Fischerei. Die Einhaltung der Vorschriften wird dabei von der MSC-Organisation kontrolliert. Zudem sagt die Migros, dass sie bei ihren Thunfisch-Lieferanten auch eigene Kontrollen durchführe.

Rosa Thunfisch ist kein richtiger Thunfisch

Die Pole-and-Line-Methode kann nur bei kleineren Thunfischarten angewendet werden. Ein Fischer muss die Fische mit der Angel aus dem Wasser ziehen können. Beim sogenannten rosa Thunfisch, der in Konservendosen angeboten wird, handelt es sich genau genommen gar nicht um Thunfisch. In den Büchsen ist Bonito. Dieser Fisch ist ein kleinerer, naher Verwandter des Thuns.

Die Pole-and-Line-Fangmethode macht bis heute erst einen kleinen Teil der weltweiten Thunfischerei aus.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Gruber , Zürich
    Schaut euch mal im Wikipedia unter "Thunfisch" den Artikel an und zieht euch eure Schlussfolgerung. Dazu kommt noch dass einige Verarbeiter es mit der Deklaration nicht so genau nehmen und den nächsten Verwandten des Thunfisches, also der "Bonito", kurzerhand als 'Thunfisch' anschreiben. Während der einzige echte Thunfisch des Mittelmeeres nicht mit der Langleine gefangen werden kann, da zu schwer, und stark gefährdet. Es sind nur 2 Thunfischarten in allen Meeren nicht gefährdet.
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  • Kommentar von Ruedi , Brunner
    Wir werden einfach immer durch falsche Propaganda beschissen. Thunfisch ist kein Thunfisch. Und so ist es mit allem was uns aufgetischt wird. Vielleicht wird uns demnächst noch vorgegaukelt, dass Thunfisch aus Thun kommt. hoho. Würde mich nicht wundern, bei all dieser ekelhaften Verschleierung von den Grossverteiler und Co.. Die Politik hat auch das Gefühl, dass sie für diese Angelegenheiten nicht verantwortlich sei. Einfach nur Widerlich.
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    1. Antwort von Mike Brunner , Lachen
      was ist denn Thunfisch wenn nicht Thunfisch? Ich mag Thunfisch, aber sicher nicht aus Dosen, es ist eine Schande so einen hochwertigen Fisch zu Tode gekocht wird und mit Konservierungsmittel und öl oder Salzwasser kaputt gemacht wird, gesund ist es so bestimmt nicht mehr. Lieber weniger und dafür gut.
  • Kommentar von A. Zimmermann , Thun
    Ich esse gerne Fisch. Weil ich nicht gerne lebenden Fisch esse, habe ich kein Problem wenn er getötet wird...
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