«Espresso Aha!»: Wo landen alte Medikamente wirklich?

Was passiert mit abgelaufenen Medikamenten, wenn man sie zur Apotheke bringt? Gehen sie in den Sondermüll – oder landen sie wie der Hauskehricht in der Verbrennungsanlage? Das will eine «Espresso»-Hörerin wissen, nachdem sie hörte, dass auch Apotheken alte Medikamente im normalen Müll entsorgen.

Abgelaufene oder nicht mehr gebrauchte Medikamente sind in der Schweiz als Sonderabfall klassifiziert. Sie dürfen nicht mit dem normalen Hauskehricht oder gar über die Kanalisation entsorgt werden, erklärt der Leiter der Sektion Abfallbewirtschaftung beim Bundesamt für Umwelt BAFU, Marco Buletti.

«Entsorgung im WC ist das schlimmste»

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«Espresso Aha!»

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Alte Medikamente sind an Apotheken, Drogerien und andere Sammelstellen zurückzubringen. Nur so könne gewährleistet werden, dass die teilweise gefährlichen Inhaltsstoffe und Chemikalien in den Medikamenten nicht in falsche Hände geraten.

Dies sei jedoch leider nicht immer der Fall, so Buletti vom BAFU. «Viele Leute entsorgen ihre Medikamente im WC. Das ist das schlimmste aller Dinge! Damit belastet man die Gewässer mit gefährlichen Stoffen.»

Apotheken sortieren aus

Die zurück genommenen Medikamente werden von den Apotheken oder von den Lieferanten selber aussortiert. Was problemlos zusammen mit dem Hauskehricht verbrannt werden kann, landet in einer der knapp 30 Kehrichtverbrennungsanlagen der Schweiz.
Medikamente oder Arzneimittel mit problematischen Inhaltsstoffen würden von den Lieferanten gesammelt, zurückgenommen und in Sonderabfallverbrennungsanlagen vernichtet.

Rücknahme ist keine Pflicht

Der Rücknahmeservice von Apotheken und Drogerien ist in der Regel gratis. Zwar gibt es für Verkaufsstellen keine Rücknahmepflicht. In vielen Kantonen sind Apotheken und Drogerien aber offiziell als Rücknahmestellen vorgesehen. So auch für Medikamente, die über den Versandhandel bestellt oder direkt beim Hausarzt abgegeben wurden.

Branche fordert Entsorgungsgebühr

Die Rücknahme der alten Arzneimittel ist für die Apotheker mit Kosten verbunden, weshalb der Apothekerverband gemäss Fabian Vaucher die Kosten gerne gesamtschweizerisch über eine vorgezogene Entsorgungsgebühr auf die Konsumenten abwälzen würde.