Ist Wein geschüttelt ungeniessbar?

Auf zur Silvester-Party mit einer guten Flasche im Gepäck. Über Stock und Stein auf dem Velo-Gepäckträger oder im Rucksack auf der Wandertour durchgeschüttelt. Verzeiht der gute Tropfen das? «Espresso Aha!» sagt, welche Regeln es beim Transport von Rot- und Weisswein zu beachten gilt.

Ein Mann trinkt ein Glas Rotwein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Regel schmeckt der Wein auch nach draufgängerischen Transportmethoden noch. Colourbox

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«Espresso Aha!»

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Wein schütteln?

3:44 min, aus Espresso vom 24.12.2015

Eine Rütteltour auf dem Velo oder andere unzimperliche Transportarten einer Weinflasche würden dem Wein grundsätzlich nicht schaden, erklärt der Wein-Journalist Andreas Keller: «Meistens handelt es sich bei den Weinen, die wir Bekannten mitbringen, um jüngere Weine. Ein- bis zweijährige Weine sind geschützt durch schweflige Säure, die man ihnen beim Abfüllen zur Konservierung beigibt.» So werde eine Oxidation verhindert. Und deshalb hätten junge Weine eine gute Stabilität, eine Art Reiseschutz erhalten.

«Wer einen 20-jährigen Bordeaux schüttelt, ist ehrlich gesagt blöd»

Etwas anders verhält es sich mit älteren Rotweinen. Wein-Experte Andreas Keller spricht von edlen Tropfen, welche über 10 oder sogar über 20 Jahre alt sind. Sollten diese unsanft behandelt worden sein, brauche es vor allem Geduld, damit sich der Satz wieder senken kann: «Nach meiner Erfahrung braucht ein solcher Wein mindestens ein bis zwei Wochen Ruhe, damit sich das sogenannte Depot senken kann. Aber ehrlich: Wer einen solchen alten Bordeaux mit der Post schickt oder mit dem Velo transportiert, der ist einfach irgendwie ein bisschen blöd.»

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