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«Espresso Aha!» Sauberes Wasser in der Wildnis: Wie funktionieren Wasserfilter?

Wer auf eine Abenteuerreise in ferne Länder geht, weitab von jeglicher Zivilisation, der muss sich überlegen, wie er zu genug Trinkwasser kommt. Und landet wahrscheinlich bei einem Wasserfilter. Doch halten diese Bakterien, Viren, Parasiten und Dreck wirklich ab? «Espresso Aha!» ging der Frage nach.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Wie funktionieren Wasserfilter? abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
03:33 min, aus Espresso vom 27.07.2015.

Wer sich durch Outdoor-Reise-Foren klickt im Internet, stösst bald auf Keramik- oder Membranwasserfilter, welche sich bewähren sollen. Sie sind handlich, etwa so gross wie eine Cola-Büchse. Daran befestigt sind eine Pumpe und ein Schlauch, fertig. Man hält den Schlauch ins Gewässer, pumpt, und in wenigen Minuten hat man sauberes Trinkwasser in einem Behälter. Wouter Pronk ist Trinkwasserspezialist bei der Eawag, beim Wasserforschungsinstitut der ETH. Er erklärt den Vorgang so: «Der Wasserfilter funktioniert mit ganz kleinen Poren. Krankheitserreger sind zwar auch klein, jedoch sind die Poren noch kleiner und so werden diese aus dem Wasser herausgefiltert.»

Achtung bei Viren!

Krankheitserreger sind Parasiten, Bakterien oder auch Viren. Die Keramikwasserfilter eignen sich bestens bei Bakterien und Parasiten. Bei Viren, die auch im Wasser leben, ist es allerdings anders. Gefährliche Viren, wie zum Beispiel der Hepatitis-Virus, muss man mittels Wasseraufbereitungstabletten abtöten. «Meist funktionieren diese Tabletten mit Chlor, und diese sind ein wirkungsvolles Mittel gegen Viren», erklärt Wouter Pronk weiter. Also in gefährdeten Gegenden unbedingt nach dem Filtern auch noch eine Tablette ins Wasser geben.

Abkochen ist das beste Mittel

Grundsätzlich ist übrigens das Abkochen von Wasser immer noch am effektivsten, um Trinkwasser zu bekommen. Allerdings ist das nicht auf allen Reisen möglich, es fehlt an Brennstoff oder an genügend Zeit, und so greifen viele Abenteurer zum Wasserfilter.

Wo Industrieabwasser in Flüsse gelangt, reiche ein Wasserfilter übrigens nicht, um einwandfreies Trinkwasser zu machen, warnt der Wasserspezialist: «Das sind gelöste Giftstoffe, daher sollte man solches Wasser nicht trinken.» Mit einem Aktivkohlefilter könnten teilweise aber auch Chemikalien und Schadstoffe aus dem Wasser gefiltert werden.

Wer sich einen guten Wasserfilter für Abenteuerreisen zulegen will, muss es sich einiges kosten lassen: Die Modelle variieren zwischen ein paar hundert bis über tausend Franken.

«Espresso Aha!»

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Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

27 Kommentare

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  • Kommentar von Freddy tobler, Zh
    Kommt schon, die Globalisierung macht es möglich. Quellwasser aus Argentinien in Kenia, mit genug Geld kommt man ÜBERALL an Wasser. Die Leidenden sind in diesem Beispiel die Unterschicht von Südamerika wo Wasser privatisiert wurde. Die gleichen Global Player versuchen dies in allen Kontinenten durchzusetzen. Wasser ist ein Grundrecht, und ich glaube das wird die Bevölkerung nicht lange dulden.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Der Österreicher Peter Brabeck, der CEO von Nestlé, meinte in einem Interview, es gebe Leute mit der extremen Position, dass Zugang zu Trinkwasser ein Menschenrecht sei. Was er dabei ausblendet, ist, dass diese "extreme Position" in den Menschenrechten verankert ist! Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=7iGj4GpAbTM
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    2. Antwort von Freddy tobler, Zh
      Spannend ist auch der Zusammenhang von Wasser Privatisierung und der sofort steigenden Kindersterblichkeit. Achtung das es nicht auch hier so kommt, etwas Angst mache wegen Arbeitslosigkeit und schon stünde so was zur Debatte bei den Lemmingen der Wirtschaftspolitiker.
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  • Kommentar von M. Bolder, Muhen
    Als am sichersten gilt es, fragwürdiges Wasser abzukochen. Bezüglich der Abkochzeit (Siedepunkt) gehen die Meinungen auseinander. Wichtig zu wissen ist, dass der Siedepunkt bei zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel sinkt und damit die notwendige Abkochzeit zunimmt. Die zweitsicherste Methode direkt nach dem Abkochen ist eine Kombination aus Filter und chemischer Behandlung (Desinfektion, i.d.R. mit Chlor). Jede fachgerechte Behandlung ist besser als keine Behandlung des fragwürdigen Wassers!
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  • Kommentar von Beat Schöbi, Rapperswil
    Was ist mit mit dem Katadyn Filter Keramik, Kolle, Mikrofilter. Kostet um 150 Fr. habe In wehrend 5 Wochen zum filtern auf 4000m wo man das Wasser mit Kerosin kochen muss, bei 8 Liter pro Tag kann man ausrechnen wie viel Kilo mit trägt.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Meinen Sie vielleicht den Katadyn Vario? Wie auch immer, die Filter der Marke Katadyn haben in der Regel eine Porengrösse von 0.2 Mikron (Mikrometern). Damit filtern sie zuverlässig Bakterien und Protozoen aus, Viren hingegen können da durchkommen. Die Aktivkohle kann den Geschmack des Wassers verbessern und teilweise organische Giftstoffe neutralisieren. Um Viren sicher zu eliminieren, müssten Sie das Wasser nach dem Filtern noch chemisch behandeln, z.B. mit Micropur Forte.
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