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Teebeutel sind besser als ihr Ruf
Aus Espresso vom 16.03.2015.
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«Espresso Aha!» Teebeutel sind besser als ihr Ruf

Viele Teeliebhaber behaupten, dass loser Tee geschmacklich besser ist als Teebeutel. «Espresso Aha!» hat nach den Unterschieden gefragt und herausgefunden, dass Teebeutel besser sind als ihr Ruf.

Teeblätter brauchen Platz, um ihren Geschmack zu entfalten, sagen passionierte Teetrinker. Und Susanne Amsler vom Teehaus Amsler in Winterthur erklärt: «Ein Teeblatt wird im Wasser bis zu vier Mal grösser als im trockenen Zustand.»

Sie glaubt deshalb, dass loser Tee auch mehr Geschmack abgibt. Von Teebeuteln hält sie nicht viel. Da die Teeblätter keinen Platz haben, um aufzuquillen. Trotzdem bietet Susanne Amsler auch Teebeutel an in ihrem Laden. Allerdings sind diese nicht flach wie die gängigen Teebeutel, sondern pyramidenförmig.

«So hat der Tee mehr Platz». Und sie gibt zu: «Teebeutel sind zum Beispiel für Restaurants praktisch, wo man keine Zeit hat, losen Tee zuzubereiten».

Teeglas
Legende: Teeblätter dehnen sich aus (rechts). SRF

Geschmack aus dem Innern des Tee-Blattes

Für den besseren Ruf des Teebeutels wehrt sich Fabienne Berchtold von Twinings, einem der grössten Schweizer Teeproduzenten. Sie glaubt, dass der Geschmack des Teebeutels dem Geschmack von losem Tee in Nichts nachsteht.

Die Blättchen im Beutel seien zwar zerstückelt und kleiner als die losen, aber dafür würden über die Schnittflächen die Inhaltsstoffe aus dem Innern austreten. Ausserdem seien Teebeutel einfacher aufzubewahren.

Tatsächlich nimmt der verpackte Teebeutel weniger schnell Fremdgeschmäcker auf als der lose Tee. Teekennerin Susanne Amsler rät deshalb, man solle den losen Tee in einer trockenen, luftdichten Dose – und nicht in der Nähe von Gewürzen – aufbewahren.

Eine individuelle Geschmacksfrage

Wissenschaftler der technischen Universität Braunschweig machten vor ein paar Jahren einen Vergleich und kamen zum Ergebnis, dass Teebeutel geschmacklich nicht schlechter sind als loser Tee.

Ihr Fazit: Letztendlich sei es subjektiv, was man bevorzuge, wissenschaftlich untersuchen könne man den Teegeschmack nicht.
Hingegen fanden die Forscher einen Unterschied bei den Inhaltsstoffen. Tee aus Teebeuteln gibt unter anderem mehr Antioxidantien ab, die als entzündungshemmend und krebsvorbeugend gelten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei , Wettingen
    Letztlich kommt es darauf an, was in den Teebeutel hineingefüllt wird. Der Kunde sieht ja nur beim offenen Tee, welche Qualität er gekauft hat. In einem Teebeutel kann man jeden Mist verpacken. Üblicherweise wir der Bruch von den Teeblättern in Teebeutel verpackt, da er lose nicht so gut zu verkaufen ist. Die Sache mit den grösseren Schnittflächen ist nur ein Schönreden der minderen Blattqualität.
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    1. Antwort von W. Meier , BL
      Wenn man im Labor etwas möglichst effizient extrahieren will, zerstückelt man das Material vorher so gut wie möglich. Dass man zerbröselte Teeblätter wie in Teebeuteln nimmt, ist also eigentlich nichts als konsequent.
    2. Antwort von Robert Frei , Wettingen
      @W.Meier. Ist ja recht. Sicherlich ist das Zerstückeln ein guter technischer Prozess für eine Extraktion. Nur lässt sich hier sehr viel Mist mit hineinschieben, und ich traue den Teebeutelproduenten hier nicht über den Weg, dass sie diese Versuchung ausschliessen. - Tee braucht übrigens nicht Platz zum Quellen, wie so schön herumgefabelt. Das Wasser baucht Platz, um zu zirkukieren und den Extrakt in das Getränk zu bringen, und diese Zirkulation ist im Teebeutel gehemmt.
  • Kommentar von Kurt Müller , Chalfont St. Peter GB
    Im Artikel steht, dass Twinings einer der "größten Schweizer Teeproduzenten" sei. Wo wird in der Schweiz Tee angebaut und verarbeitet?
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  • Kommentar von Kurt Müller , Chalfont St. Peter GB
    Twinings sei einer der größten Schweizer Teeproduzenten, steht im Artikel. Welche Teesorten werden in der Schweiz angepflanzt und verarbeitet?
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