Vanille oder Vanillin für die Weihnachtsguetzli?

Sucht man im Laden Vanille-Geschmack für die Weihnachtsguetzli, stösst man auf Vanille- und Vanillin-Zucker. «Espresso Aha!» fragt, worin der Unterschied liegt und ob man diesen in den fertigen Guetzli schmeckt.

Vanillin ist nichts anderes als der Aromastoff in der Vanille-Schote. Es wird seit 1874 auch künstlich hergestellt, weil es nicht genug Vanille-Schoten gibt. «Die Vanille-Ernte weltweit reicht bei weitem nicht aus, um alles mit Vanille zu aromatisieren, was heute nach Vanille schmeckt», erklärt Norbert Fischer, Dozent für Lebensmittelchemie an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Zusatzinhalt überspringen

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

Aufwändige Produktion

Im Vergleich zur Produktion von natürlichen Vanille-Schoten ist die Herstellung von künstlichem Vanillin deutlich günstiger. Die meisten Vanille-Schoten, die in der Schweiz verkauft werden, kommen aus Madagaskar. Ihr Anbau ist relativ aufwändig. Die Schoten sind nicht alle zum gleichen Zeitpunkt reif und werden von Hand gepflückt. Danach müssen sie mehrere Wochen gelagert werden.

Aroma ist Geschmacksache

Das Aroma der natürlichen Vanille-Schote sei rauchiger als das künstliche Vanillin-Aroma, sagt Norbert Fischer. Vanillin würde stärker nach Vanille schmecken und sei deshalb auch beliebter. Fischer erinnert sich dabei an Studien, die in der Aromaindustrie gemacht wurden: «Am besten haben Aromen abgeschnitten, die von Vanillin geprägt waren.» Offensichtlich hat sich unser Geschmackssinn an das Vanillin gewöhnt.