Warum werden Baumstämme angemalt?

Vor allem im Süden sieht man sie ab und zu: Bäume, deren Stämme weiss gestrichen sind. «Espresso-Hörer» Bruno Bühler ist aufgefallen, dass das seit ein paar Jahren auch in der Schweiz gemacht wird. Er fragt «Espresso Aha», wofür das gut ist.

Wenn ein Baum weiss angepinselt ist, heisst das nicht, dass er gefällt werden soll. Im Gegenteil: Er soll geschützt werden. Und zwar vor der Sonne. Vor allem die Rinde von empfindlichen Bäumen braucht diesen Schutz. Laut Roger Schmidt, Vorsteher des Amts für Wald im Kanton Bern, ist das vor allem die Buche. Ihre feine Rinde verträgt die Hitze nicht gut. Die weisse Farbe dient als eine Art Sonnencreme.

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«Espresso Aha!»

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Keine Chance für Pilze und Parasiten

Steht ein Baum exponiert an der Sonne, kann er einen Sonnenbrand bekommen. Wenn er überhitzt, kann die Rinde sogar absterben. Pilze und Parasiten haben dann ein leichtes Spiel und können in den Baum eindringen. Für die Holzverarbeitung kann er deshalb unter Umständen nicht mehr gebraucht werden. Und wenn der Baum morsch ist, muss er vielleicht aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Markierungen haben unterschiedliche Bedeutungen

Eine andere Funktion haben Striche, Kreise und andere Zeichen am Baumstamm. Mit diesen Zeichen gibt der zuständige Förster den Waldarbeitern Anweisungen. Zum Beispiel, wenn ein Baum geschützt werden muss, weil darin Vögel nisten. Eine Markierung am Baumstamm muss also noch kein Todesurteil für einen Baum sein. Aber selbst wenn der Baum gefällt werden muss, geschieht dies «mit gutem Grund», sagt Roger Schmidt. In der Schweiz sei der Holzschlag streng geregelt.