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«Espresso Aha!» Wieso Zahlentastaturen verschieden sind

Bei der Computertastatur und beim Taschenrechner sind die Nummern 7,8 und 9 oben. Beim Telefon die Nummern 1,2 und 3. Hörerin Rita Hauser fragt «Espresso Aha!», warum die Anordnung unterschiedlich ist. Für Erklärungen muss man einen Blick in die Geschichte der Technik werfen.

Telefon und Taschenrechner.
Legende: Haben spiegelverkehrte Nummerblöcke: Telefon und Taschenrechner. SRF

Für die auf den ersten Blick unlogische Anordnung der Nummern auf Computertastaturen und Rechnern ist wahrscheinlich der amerikanische IBM-Konzern mitverantwortlich. IBM hat vor rund 75 Jahren eine Rechenmaschine mit einem entsprechenden Nummernblock versehen.

Laut Juri Jaquemet, Sammlungskurator beim Museum für Kommunikation in Bern, wurde dieser Nummernblock dann beim Computer übernommen. Warum der Nummernblock so konzipiert wurde, kann nicht mehr abschliessend eruiert werden.

Vom mechanischen Telefon zur Tastatur

Eine klare Erklärung gibt es jedoch für die Anordnung der Nummern beim Telefon. Juri Jaquemet: «Bei der mechanischen Telefon-Wählscheibe arbeitete man mit Impulsen. Für die Zahl 0 gab es keinen Impuls, deshalb wurde die 0 zur 10.»

Als die ersten Telefon-Tastaturen aufgetaucht sind, stand die Nummer 0 deshalb unten in der Mitte, nahe bei der Nummer 9. Das ist bis heute so geblieben. In der Schweiz gibt es solche Tastaturen seit den 70er-Jahren.

Vereinheitlichung praktisch unmöglich

Schon mehrmals wurde versucht, weltweit eine einheitliche Norm für die Anordnung von Nummern zu machen. Bis heute ohne Erfolg. Juri Jaquement erklärt das Scheitern damit, dass es in fast jedem Land und auf jedem Kontinent eine Stelle gebe, die an der jetzigen Norm nichts ändern wolle.

Ausserdem hätten sich die Leute an die uneinheitlichen Tastaturen gewöhnt, auch wenn sie immer wieder für Ärger sorgten. Eine weltweite Vereinheitlichung ist deshalb nicht in Sicht.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

3 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich von Engelberg, Zürich
    Kleine Ergänzung zum Kommentar von Herrn Vanek: Dass die niedrigen Ziffern häufiger vorkommen als die hohen, stimmt tatsächlich, diesen Sachverhalt nennt man das "Benfordsche Gesetz". Mit der Addiermaschinen-Tastaturanordnung lassen sich Zahlen schneller eingeben als mit der Telefonanordnung. Noch schneller ginge es wahrscheinlich mit 1,2,3 in der mittleren Reihe, aber das wäre sicher zu verwirrend.
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  • Kommentar von Vladimir Vanek, 5615 Fahrwangen
    Bei der Telefonie war es anders. Die automatische Wahl besorgten "Strowger" Umschalter, die sich immer pro Impuls der Wählscheibe um 1 Schritt bewegten (bei 0 gab es nicht nichts, sondern 10 Impulse). Deshalb beginnen Dienstnummern bis heute mit 1 und mit 0 die "weiten" Verbindungen, die nicht so häufig seien. Das Tastentelefon machten aber Ingenieure, die nicht wussten, womit die Buchhalter schaffen und machten das für sie logische: Von oben nach unten und 0 = 10 am Schluss
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  • Kommentar von Vlsdimir Vanek, 5615 Fahrwangen
    Die Recherche ist nicht präzis. Es ist richtig, dass die uralten Rechenmachinen die Anordnung wie die heutigen Num Pads hatten. Sie wurden für Buchhalter konzipiert und bei denen kommen die Zahlen 1, 2 3 viel häufiger als 7, 8, 9 vor und insbesondere die 0 war viel zu gebrauchen, deshalb waren diese Zifferr "unten", beim Finger einer abgestützten Hand. Übrigens, es gab auch eine Anordnung mit ener Taste für "00" und "000". Zur Telefonie schreibe ich den nächsten Kommentar (Grenze 500 Zeichen).
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