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Wintertipps vom Fahrlehrer So fahren Sie sicher auf Schnee und Eis

Die Strassen sind schneebedeckt und glatt. Ein Fahrlehrer gibt Tipps, wie Sie trotzdem sicher durch den Verkehr kommen.

Legende: Audio So fahren Sie sicher auf Schnee und Eis abspielen. Laufzeit 05:27 Minuten.
05:27 min, aus Espresso vom 11.01.2019.

Wie bremse ich auf Schnee sicher? Wie gebe ich richtig Gas? Wie lenke ich? Und welchen Gang lege ich am besten ein? Auf schneebedeckten Strassen braucht es im Strassenverkehr fahrerisches Können und die richtige Vorbereitung. Der Zürcher Fahrlehrer René Beck gibt Tipps, wie Sie mit dem Auto – trotz Schnee und Eis – sicher durch den Verkehr kommen.

  1. Gefühlvoll fahren und lenken: Fahren Sie, wie wenn ein rohes Ei unter den Pedalen wäre. Dieses soll am Ende der Fahrt immer noch ganz sein. Vermeiden Sie ruckartige Lenkmanöver oder abruptes Drücken auf Gas- oder Bremspedal.
  2. Angepasste Geschwindigkeit: Reizen Sie bei Schneefall die Höchstgeschwindigkeit nicht aus. Langsamere Geschwindigkeit bedeutet bei Zwischenfällen eine längere Reaktionszeit. Und wenn die Räder durchdrehen oder Rutschen: Weg vom Gas!
  3. Abstand halten: Auf Schnee und Eis wird der Bremsweg bis zu zehnmal länger. Halten Sie daher genügend Abstand zu den vorderen Fahrzeugen.
  4. Anfahren: Wenn beim Anfahren die Räder durchdrehen, im zweiten Gang anfahren. Sollten auf dem verschneiten oder vereisten Parkplatz die Räder durchdrehen, das Fahrzeug nur mit der Kupplung anfahren. Durch wiederholtes Einkuppeln das Fahrzeug langsam «in Bewegung wippen». In der Regel sollte auch die Anti-Schlupf-Regelung (ASR), welche ein Durchdrehen der Räder verhindert, einsetzen. Auf keinen Fall mit mehr Gas versuchen, sonst drehen nur die Räder durch.
  5. Hohe Gänge: Fahren Sie auch bei Schneeglätte generell in einem möglichst hohen Gang und mit niedriger Motorendrehzahl. Das Auto lässt sich dann leichter lenken.
  6. Richtig bremsen: Bei heutigen Automodellen mit ABS kann das Bremspedal normal gedrückt werden (also nicht stossweise oder ausgekuppelt). Auf Schnee sollten Sie in der Regel gefühlvoll bremsen. In Notsituationen können Sie das Pedal aber voll durchdrücken. Lassen Sie sich bei einer Vollbremsung von einem allfälligen Ruckeln am Pedal nicht irritieren. Das ist das ABS, das sich reguliert.
  7. Beim Schleudern sanft gegenlenken: Bei angepasster Geschwindigkeit sollten moderne Autos mit ABS und ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) nicht ins Schleudern kommen. Stellt sich das Fahrzeug dennoch quer oder gerät ins Rutschen, sanft gegenlenken. Das Steuerrad nur um drei bis fünf Grad in die gewünschte Fahrtrichtung bewegen. Auf keinen Fall das Steuerrad herumreissen. Wenn Ihr Fahrzeug nicht mehr aufs Lenken reagiert: Vollbremsung.
  8. Vorausschauend fahren: Vorausfahrende Fahrzeuge könnten ins Rutschen geraten oder plötzlich bremsen. Auf Brücken, Waldstücken oder Strecken entlang von Bächen und Flüssen und auch vor Kreuzungen und Ampeln ist die Fahrbahn häufig besonders glatt. Fahren Sie dort deshalb langsam und vorsichtig. Das gilt auch, wenn Sie von einer schwarzgeräumten Hauptstrasse auf eine verschneite Quartierstrasse wechseln.
  9. Kein Stress: Bei Schnee und Eis rollt der Verkehr langsamer. Planen Sie für Ihre Autofahrten daher genügend Zeit ein. Informieren Sie sich über die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage. (Anmerkung «Espresso»: beispielsweise auf srf.ch/verkehrsinformationen und srf.ch/meteo).

    Wer ein Winter-Fahrtraining absolviert hat, fühlt sich auf Schnee und glatter Fahrbahn sicherer und weiss, wie sein Auto dabei reagiert.


Vor der Fahrt:

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Richtige Ausrüstung: Von Oktober bis Ostern – und bei Schneefall sowieso – gehören Winterreifen ans Fahrzeug. Zur Winterausrüstung im Auto gehören auch: Eiskratzer, Schneebesen, Schneeketten, Überbrückungskabel, Handschuhe, Wolldecke und Taschenlampe. Den Türschloss-Enteiser bewahren Sie dagegen besser ausserhalb des Autos auf.

Fahrbereitschaft: Bei einem eingeschneiten Fahrzeug müssen Sie nicht nur die Front- und Heckscheibe vom Schnee befreien, sondern auch die Seitenscheiben, Aussenspiegel, die Motorhaube und das Dach. Wenn Sie dies nicht tun, oder nur mit einem «Guckloch» fahren, riskieren Sie eine Strafanzeige. Die Folgen: Eine saftige Busse und vielleicht sogar Fahrausweisentzug. Auch Scheinwerfer und Blinker müssen schneefrei sein.

Scheibenwischer – klare Sicht: Kontrollieren Sie zudem die Scheibenwischerblätter. Beim Wischen sollten sie keine Striemen auf der Scheibe hinterlassen. Bei Bedarf Wischblätter ersetzen. Verwenden Sie im Winter Scheibenreiniger mit Frostschutzmittel. So lassen sich die Scheiben auch bei Minus-Temperaturen putzen und die Düsen vereisen nicht. Mit der Klimaanlage entziehen Sie der Luft im Fahrzeug die Feuchtigkeit. Die Scheiben beschlagen nicht. Beim Losfahren Luftzufuhr und Temperatur hoch einstellen und die Scheiben belüften. Reinigen Sie die Scheiben auch innen regelmässig, damit sie nicht anlaufen. Denn Schmutz bindet Feuchtigkeit. Klopfen Sie vor dem Einsteigen den Schnee von Schuhen und Kleidern.

Jacke weg: Wer im Auto sitzt, soll die Jacke oder den besonders dicken Pullover ausziehen. Denn mit einer dicken Jacke hat der Sicherheitsgurt bei einem Unfall zu viel Spiel.

Mann am Steuer eines Autos.
Legende: Der langjährige Fahrlehrer René Beck kommt auch mit schwierigen Verhältnissen bestens zurecht. SRF

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