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Schwieriger Preisvergleich Tarifdschungel in den Schweizer Skigebieten

Legende: Audio Tarifdschungel in den Schweizer Skigebieten abspielen. Laufzeit 06:35 Minuten.
06:35 min, aus Espresso vom 02.11.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feste Tarife für Tages- und Mehrtageskarten sind ein Auslaufmodell.
  • Immer mehr Skigebiete bieten Rabatte bei Onlinebuchungen.
  • Erste Skigebiete setzen auf dynamische Preismodelle mit schwankenden Preisen gegen oben und unten.

Der Winter hat in den Bergen Einzug gehalten. Entsprechend nehmen erste Skigebiete dieses Wochenende bereits den Saisonbetrieb auf – wenn auch mit reduziertem Pistenangebot. Soweit normal. Noch bis vor wenigen Jahren war klar, wie viel ein Tag Skifahren oder Snowboarden kostet. Doch das ändert sich derzeit grundlegend. Immer mehr Skigebiete verabschieden sich von festen Preisen und steigen auf Modelle mit variablen Tarifen um.

Auf die neue Saison hin haben zwei grosse Gebiete in den Schweizer Alpen für ein solches Modell entschieden: St. Moritz und Zermatt.

Vom Frühbucher-Rabatt zum dynamischen Preismodell

In Flims-Laax kostet eine Tageskarte maximal 85 Franken. Bereits seit einigen Jahren gewähren die Bergbahnen allerdings Frühbucherrabatte bei Buchungen übers Internet. Andermatt-Sedrun geht seit vergangener Saison sogar einen Schritt weiter und hat als erste Region in der Schweiz ein dynamisches Preismodell eingeführt. Dabei bewegen sich die Preise sowohl gegen unten wie auch gegen oben, wobei es für die Tageskarte theoretisch keine Preisobergrenze gibt. Auch St. Moritz und Zermatt haben auf diese Wintersaison hin ein solches Preismodell eingeführt.

Wintersportler können dank der dynamischen Preismodelle von günstigeren Tages- oder Mehrtageskarten profitieren. Als Faustregel gilt: Je früher gebucht wird, desto günstiger. Im Gegenzug tragen die Wintersportler allerdings das Wetterrisiko. Umgekehrt gilt auch: Wer spät bucht und während der Hochsaison auf die Skis will, zahlt künftig mitunter deutlich mehr für eine Tageskarte als noch in den vergangenen Jahren.

Schwierige Preisvergleiche

In der Luftfahrt haben sich dynamische Preismodelle längst etabliert. Nun halten diese Modelle also auch in den Skigebieten Einzug. Entsprechend schwierig wird es, einzelne Skigebiete miteinander zu vergleichen. Einen allgemein gültigen Tageskartenpreis gibt es so nicht mehr. Mehrere Faktoren können den effektiven Preis beeinflussen: das Buchungsdatum, der geplante Aufenthaltszeitpunkt (Haupt- oder Nebensaison) und der Verkaufskanal. In Flims-Laax beispielsweise sind die Karten an der Kasse immer teurer, als wenn sie übers Internet gebucht werden.

Neue Preismodelle sind kein Allheilmittel für Skigebiete

Viele Skigebiete stehen unter Druck: Die Zahl der Ersteintritte in den Skigebieten sinkt seit Jahren. Gleichzeitig steigen die Kosten für Beschneiungs- und Bahnanlagen. Mit den neuen Preismodellen erhoffen sich die Skigebiete nun mehr Umsatz und Gewinn. Ob die Rechnung allerdings aufgeht, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Gute Schneeverhältnisse, schönes Wetter und die allgemeine Wirtschaftslage sind für den Erfolg – oder Misserfolg – eines Skigebietes ungleich wichtiger.

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