Tomatensuppe: Büchsen gegen Beutel

Nebst der Beutelsuppe gibt es immer mehr fixfertige Produkte in Dosen oder Plastikbeuteln, die man nur kurz erhitzen muss. Sie sind wesentlich teurer – aber schmecken sie auch besser? «Kassensturz» hat die meistverkauften Tomatensuppen von Experten degustieren lassen.

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15.02.11: Tomatensuppe: Büchsen gegen Beutel

6:59 min, aus Kassensturz vom 15.2.2011

Von zwölf Suppen sind bei der Jury gerade einmal drei Produkte gut angekommen. Beim Rest gab es Kritik: Zu wenig Tomatengeschmack, zu süss oder eine unnatürliche Farbe. Bei den Bewertungen gab es grosse Unterschiede: Die schlechteste Suppe bekam eine 2,6 und die beste eine 5,2.

Immer mehr Flüssigsuppen

Wer nicht selber kochen will und eine klassische Tomatensuppe auch ausserhalb Saison essen will, kann aus zahlreichen Fertigprodukten auswählen. Es gibt mittlerweile mehr Flüssigsuppen im Angebot als herkömmliche Instant-Beutelsuppen. Nur: Können die Beutelsuppen noch mit den neuen Fertigprodukten mithalten? Das wollte «Kassensturz» wissen. Degustiert wurden zwölf Produkte: Vier Instantsuppen und acht Fertigsuppen aus Dosen, Bechern und Beuteln. Sie kosten zwischen 0.17 Franken pro Deziliter bis 1.57 Franken.

Eine fünfköpfige Fachjury aus den Bereich Haushalt, Kochen und Gastronomie hat die zwölf Suppen auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz bewertet.

Gartenfrisch schmeckt sie immer noch am besten

Für Jurymitglied Brigitta Knörr ist klar:

« «Eine gute Tomatensuppe muss einfach so frisch vom Garten kommen, das ist für mich ein Zeichen für eine feine Tomatensuppe.» »
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Getustet wurde

  • Aussehen / Farbe
  • Geruch und Aroma
  • Geschmack
  • Textur / Konsistenz
  • Nachgeschmack

Keine der getesteten Suppen ist an eine gartenfrische Suppe herangekommen. Dafür ist der Jury die Farbgebung der Suppen aufgefallen. «Zum Teil war aufgrund der Farbe nicht eruierbar, ist es eine Tomatensuppe oder eine Rüeblisuppe», sagt Koch Silvio Meier. Für Natalie Kaden waren die Suppen alle zu süss.

Durchgefallen bei der Jury ist Green Shoot, eine flüssige Tomatensuppe, gekauft bei Manor. Sie erhielt die Note 2,6 und ist das teuerste Produkt im Test, 1dl kostet 1.57 Franken. Der Hersteller schreibt dazu, dass er überrascht sei und er abklären wolle, ob etwas bei Produktion schiefgelaufen sei.

Die Meinungen gehen auseinander

Bei der Fine Food Tomato Cream Soup (Dose) mit Gin von Coop gingen die Meinungen der Jury auseinander. Silvio Meier kritisierte: «Entweder nehme ich einen Gin oder ich nehme eine Suppe. Aber ich nehme nicht beides miteinander.» Hingegen fand Rebecca Clopath, dass man gegen die Cremigkeit nichts einwenden könne. Coop ist überrascht vom schlechten Resultat und schreibt, man werde das Produkt noch einmal auf Herz und Nieren prüfen.

Sieben Suppen wurden von der Jury klar ungenügend bewertet. Trotzdem hätten Fertigsuppen eine Berechtigung. Vor allem dann, wenn es schnell gehen müsse, sagt Silvio Meier. Und Jean-Michel Martin erklärt, dass man mit wenig Aufwand, beispielsweise mit Rahm oder Käse, solche Suppen aufwerten könne: «Als Vorspeise in der kalter Jahreszeit ist eine solche Suppe bei den Wehrmännern immer willkommen.»

Auch Päcklisuppe kann gut sein

Die beste unter den Instant-Beutelsuppen ist Tomato von Knorr, Note 3,9. Mit 0.22 Franken pro Deziliter eines der günstigsten Produkte im Test. Bemängelt wurde, die Knorr Tomatensuppe schmecke etwas stark nach Kräutern.

Trotzdem, Brigitta Knörr hat sie gut bewertet: «Es hat mich erstaunt, dass eine Päcklisuppe, die man mit Wasser anrührt, so gut geschmeckt hat.»

Flüssigsuppen schneiden am besten ab

Drei Tomatensuppen schmeckten der Jury am besten - alles teure Flüssigsuppen.

Dazu gehört die Tomatencremesuppe von Aldi mit Note 4,4. Gelobt wurde von der Jury die natürliche Farbe. Ebenfalls eine gute Note erhielt die Tomaten-Mascarpone-Suppe Anna’s Best von Migros. Sehr cremig - fand die Jury.

Und am besten abgeschnitten in der Degustaion hat die Betty Bossi Bio Tomatensuppe mit Note 5,2. Sie kostet 1,16 pro Deziliter. Damit ist sie teuerste unter den besten. Natalie Kaden: «Sie schmeckt nach frischem Basilikum und sehr tomatig. Zudem ist sie auch farblich sehr schön.»

Knorr schreibt, ihre beiden Suppen hätten in einem kürzlich durchgeführten repräsentativen Geschmackstest gute Noten bekommen. Globus und Migros erklären, dass ihre Suppen beliebte Produkte seien und noch nie Anlass zu Reklamationen gegeben hätten.

Die Jury

  • Silvio Meier, Koch im Silvios Ampere in Rupperswil. Sein Restaurant hat aktuell 14 Gault Millau Punkte.
  • Jean-Michel Martin bildet Küchenchefs der Schweizer Armee aus. Mit der Nationalmannschaft der Militärköche gewann er 2008 in Deutschland eine Goldmedaille.
  • Natalie Kaden führt in Basel die beiden Suppenbars So`up.
  • Rebecca Clopath, Köchin im Gasthof Rössli in Escholzmatt, ist Mitglied in der Junioren-Kochnationalmannschaft. Das Team hat letztes Jahr den Weltmeistertitel gewonnen.
  • Brigitta Knörr hat in der Serie «SF bi dä Lüt - Landfrauenküche» den Kanton Solothurn vertreten. Ihren Kolleginnen hat sie eine klassische Tomatensuppe serviert.