Ein stumpfes Messer wieder scharf machen; einfach, mit wenigen Handgriffen und ganz ohne Know-how. Das versprechen Hersteller von Messerschärfgeräten. «Kassensturz» lässt deshalb in einem spezialisierten Labor in Remscheid, Zentrum der deutschen Werkzeugindustrie, 13 Messerschärfgeräte testen.
Die Preisunterschiede sind gross: zwischen 10 und knapp 200 Franken. Spoiler: So scharf wie im Neuzustand werden die Messer mit keinem der Testgeräte.
So haben die Messerschärfer abgeschnitten
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Bild 1 von 13. Bildquelle: SRF.
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Ein sehr gutes Schärfergebnis erzielen die Testenden mit dem elektrischen Trizor XV von Chef’s Choice, der auch im Praxistest sehr gut abschneidet. Das teuerste Gerät im Test (190 Franken) ist vergleichsweise sehr gross und nimmt viel Platz in Anspruch.
Sicherheits- und Verletzungsrisiken
Bei Simple-Sharp des amerikanischen Herstellers DMT sehen die Testerinnen und Tester im Praxistest eine Verletzungsgefahr. Wenn die Hand das Gerät beim Schleifvorgang umfasst, besteht die Gefahr, sich in den Finger zu schneiden. Der Hersteller schreibt «Kassensturz», die seitlichen Griffmulden stellten Griffbereiche dar, um das Gerät zu positionieren. Sie seien nicht als Handführung für den Schärfvorgang konzipiert. Dem Hersteller sei kein einziger Verletzungsfall bekannt.
Beim elektrischen Schärfer von Domo bemängeln die Tester die fehlende Handführung, was ebenfalls ein Sicherheitsproblem darstellt. Das Gerät festzuhalten ist oft nötig, weil die Saugnäpfe nicht auf allen Oberflächen saugen und das Gerät nach dem Einschalten des Motors wandert. Hersteller Fust schreibt «Kassensturz», aufgrund der Testergebnisse habe man das Gerät vorerst aus dem Sortiment genommen. Man prüfe mit dem Lieferanten Verbesserungen.
Nicht alle schärfen gut
Blade Star von Livington und der elektrische Messerschärfer von Stilgut erhalten beide eine ungenügende Gesamtnote, weil sie in den Schärfemessungen ungenügend abschneiden. Im Praxistest können beide zwar überzeugen, das nützt jedoch nicht viel, wenn das Messer nicht scharf wird.
Der Lehner Versand schreibt zum Testresultat von Livington: Sollte sich im Rahmen der Abklärungen mit dem Lieferanten Handlungsbedarf ergeben, werde man entsprechende Schritte prüfen. Stilgut wollte sich nicht konkret zur ungenügenden Note äussern.
In den Schärfemessungen und im Praxistest schneiden der Messerschärfer von WMF (knapp 40 Franken) und der Rollschleifer Horl 3 (knapp 180 Franken) gut ab. Nur genügend waren die Resultate der Schärfemessungen der platzsparend kleinen Messerschärfer von Ikea und Victorinox.
Aspekt von Ikea, gut im Praxistest und mit knapp zehn Franken das günstigste Produkt im Test, ist das einzige, das eine Nassschärfung erlaubt, was laut Expertinnen und Experten immer besser als eine trockene sei.
Grosse Preisspanne
Die Messerschärfer von Kai, Zwilling und Taidea erzielen nur ein genügendes Schärfergebnis. Im Praxistest schneiden sie dennoch gut ab, das elektrische Diamant-Schleifgerät von Taidea sogar sehr gut. Die beiden Produkte von Taidea hat «Kassensturz» auf der Online-Plattform Aliexpress bestellt. Die Preise variieren hier von Tag zu Tag sehr stark.