«Mit Werkzeug kann man jedes Fahrzeug schneller machen», sagt Stefan Eichenberger, Test-Experte vom TCS. «Gewisse Fahrzeuge lassen sich aber auch ohne Werkzeug frisieren.» Bei vielen Elektrorollern reicht ein Trick, und innert Sekunden sind die E-Roller frisiert.
So haben die E-Roller abgeschnitten
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Zwei von sieben sind zu schnell
Von sieben E-Rollern im Test von «Kassensturz» und TCS waren zwei ohne Werkzeug leicht manipulierbar. Statt 25 km/h fuhren sie plötzlich 35 und 45 km/h. «Bei einem Puch-Töffli brauchte es früher noch Änderungen am Auspuff oder Ähnliches», sagt Gianni Cuzzucoli, Geschäftsführer eines E-Roller-Geschäfts in Basel, das einen der zu schnellen E-Roller verkaufte.
«Heute gibt es leider immer einen Weg, die Software zu knacken.» Über die Software sind die meisten E-Roller in der Schweiz auf 25 km/h gedrosselt. Es gibt aber Tricks, die Sperre aufzuheben. Meist ist es eine bestimmte Kombination aus dem Drücken von Bremsen, Gas und Schlüssel.
Ist ein E-Roller schneller als 25 km/h, ist er in der Kategorie der Leicht-Motorfahrzeuge illegal unterwegs. Er darf nicht ohne Helm, Ausweis und Nummernschild gefahren werden. «Das ist nicht nur ein Risiko punkto Sicherheit», sagt TCS-Experte Eichenberger. «Man ist auch ohne Versicherungsschutz unterwegs.»
Händler ziehen sich aus der Verantwortung
In der Schweiz dürfen getunte Fahrzeuge verkauft und auch gekauft werden. Allerdings dürfen diese nur auf Privatgelände fahren, nicht auf öffentlichen Strassen. Geschäfte und Internetshops stehlen sich aber aus der Verantwortung. Manche Shops frisieren die Fahrzeuge auf Kundenwunsch auf illegale Geschwindigkeiten – lassen sich von den Kunden aber ein Papier unterschreiben, dass sie sie nicht auf der Strasse fahren.
Das Bundesamt für Strassen Astra möchte deshalb im nächsten Jahr strengere Regeln einführen. «Wir wollen künftig Regeln, damit die Hersteller von Software die Tuning-Informationen nicht mehr einfach zur Verfügung stellen», sagt Patrizia Portmann, Leiterin Bereich Vorschriften.
Kraft dürftig, Bremsen zu gut
Im Test wurden sieben Fahrzeuge – allesamt in China hergestellt – auch auf deren Qualität geprüft. Bei der Verarbeitung fiel auf, dass viel billiges Plastik verbaut wird. Nicht überzeugen konnten vier Fahrzeuge bei der Reichweite: Sie fuhren weniger Kilometer als vom Hersteller angegeben. Ohnehin lässt der Antrieb von manchen Rollern zu wünschen übrig: Wird die Strasse steil – im Test mehr als 15 Prozent Steigung, kommen vier Roller nicht mehr vom Fleck.
Erstaunlich gut wiederum sind die Bremsen aller getesteten Fahrzeuge. Sie bremsen derart gut, dass es in einem Schreckmoment schwierig werden könnte, die richtige Dosierung zu finden. Der Grund für die überdimensionierten Bremsen: Die chinesischen Fabriken produzieren auch für andere Länder, wo dieselben Roller schneller als 25 km/h fahren dürfen. Deshalb sind zumindest die Bremsen für höhere Tempi ausgelegt.