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Konsum Schweizer in Rom mit «Briefmarken» abgezockt

Unter dem Namen der Swiss Post werden an Touristenorten überteuerte Marken verkauft. Die Verantwortung für die Preise übernimmt die Post allerdings nicht.

Plakat Schweizer Briefmarken in einem Souvenirladen in Rom.
Legende: Schweizer Briefmarken-Angebot in einem Souvenirladen in Rom. SRF

Er wollte nur ein paar Grüsse nach Hause schicken: «Espresso»-Hörer Peter Boller aus Zürich ging in Rom in eine Papeterie, um Briefmarken für eine Postkarte zu kaufen.

Dort wurde ihm gesagt, für die Schweiz könne man nur Spezialmarken kaufen, die zwei Euro kosten würden. Die Karten mit diesen Marken müsse er in einen speziellen gelben Briefkasten mit der Aufschrift «Swiss Post» werfen.

Nicht nach Briefkästen suchen müssen

Postsprecher Bernhard Bürki bestätigt: «Das ist ein Angebot von uns.» Die sogenannten Freimachungsvermerker sind Kleber mit schönen Sujets der Ferienorte drauf.

 Vor allem in Hotelanlagen und auf Campingplätzen sind sie laut Bürki erhältlich. «Das Angebot hilft den Leuten, die keinen offiziellen Briefkasten in der Nähe haben oder keine Briefmarken kaufen können.»

Tochterfirma macht Preise

Für die Preise sei die Post nicht verantwortlich, erklärt der Postsprecher. Die Marken würden von der Post-Tochterfirma «Asendia» vertrieben, und die Verkaufsstellen könnten den Preis selbst bestimmen.

Empfohlener Richtpreis der Schweizerischen Post sind 70 Cents. Der «Espresso-Hörer» hat also rund dreimal soviel bezahlt wie von der Post vorgeschlagen.

Post kann Riegel schieben

Bernhard Bürki meint: «Es tut der Schweizerischen Post leid, wenn die Marken überteuert angeboten werden, das ist nicht korrekt.» Wenn die Post merke, dass irgendwo offensichtlich Missbrauch betrieben werde, schreite sie ein.

Touristen gibt Bürki den Rat, sich direkt bei «Asendia» zu melden. Oder sonst beim Kundendienst der Schweizerischen Post. So oder so werden diese Spezialmarken aber ab Sommer nur noch in Spanien verkauft.

Das Angebot in Italien wird von «Asendia» gestoppt – wegen der schwierigen Bedingungen auf dem italienischen Postmarkt.

Post betreibt auch Briefkästen in Mallorca

Auch in den Feriendestinationen Mallorca und auf den Kanarischen Inseln stehen seit letztem Jahr rund 500 gelbe Briefkästen der Schweizer Post. «Espresso» hat darüber im Juli 2012 berichtet.

«Keine Werbeaktion, sondern ein Geschäft», sagt ein Post-Sprecher. Aber: Darf es sein, dass die Post in der Schweiz Poststellen schliesst und dafür in Spanien Briefkästen aufstellt?

6 Kommentare

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  • Kommentar von CRISTINA, PALMA DE MALLORCA (SPAIN)
    hallo, i speak english, i work for the post office in spain, Mallorca, i fight everyday with the people of swisspost, becouse they say they sale stamps and is not true, they sale stickers.the only how can made stamps is the house of the money in spain, and the stamps from correos have Price, 0.75€ for europe, this people sale stickers to 0.90€. and their letters only can go in their box, no in correos boxes. but their box are the same color of the correos for make confuse to the tourist.
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  • Kommentar von Silvia, Steinemann
    Auf Lanzarote ist uns das Gleiche passiert. Im gleichen Geschäft, wo wir die Ansichtskarten kauften, verkaufte man uns "Schweizer-Briefmarken" mit einem schönen Motiv von Lanzarote, aber ohne aufgedruckten Betrag. Die Verkäuferin machte uns aber nicht darauf aufmerksam, dass wir diese Karte nur in einen gelben "Schweizer-Postkasten" einwerfen sollen. Leider kamen aber diese Karten erst 5-6 Monate später an und sie wurden teilweise nicht oder dann in Zürich-Mülligen abgestempelt!
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  • Kommentar von Th. Widmer, Basel
    Da sieht man es wieder, unsere lieben Italienischen Nachbarn, erst senden sie uns per Zug die Flüchtlinge an die Schweizergrenze so das die Schweiz das erst Kontakt Land für Flüchtlinge wird (Schengen), und veruntreuen Steuergelder, lassen das Eigene Volk leiden, und zocken Touristen ab. Da gibt es nur eines, senden eine E-Mail anstelle sich auf das Briefpost Geschäft. Es wird immer alles teuerer, und sowas versaut einem echt den Urlaub. Danke Ihr scheiss Betrüger...
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    1. Antwort von Walter Venzin, Schweiz
      Hallo Herr Widmer, wenn ich Sie wäre würde ich nie wieder ein Pizza essen und in Zukunft meine Einkäufe in Deutschland (Lidl, Aldi) tätigen. Die nördlichen Nachbarn machens nämlich viel besser als die im Süden: sie invadieren die schöne, kleine, neutrale Schweiz, zocken sie auf legalem Weg ab (Steuerabkommen/AIA usw.) und nehmen den Eidgenossen (gibt es überhaupt noch echte Eidgenossen?) die besten Arbeitsplätze, zu teilweise unmutbaren Konditionen, weg. Und wer kassiert die Steuergelder?
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