Handgepäck: Easyjet ist seit 2013 besonders streng

Die Billig-Airline Easyjet hatte schon immer rigorose Vorschriften fürs Handgepäck. 2012 wurden die Bestimmungen noch strikter: Die Fluggesellschaft führen nur noch Mini-Koffer garantiert in der Kabine mit. Normales Handgepäck landet bei ausgebuchten Flügen allenfalls im Frachtraum.

Passagiere am EasyJet-Check-in-Schalter Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer mit EasyJet fliegt, sollte die genauen Gepäckvorschriften kennen. Keystone

Die meisten Airlines fertigen Handgepäck ähnlich und ohne grosses Aufsehen ab. In der Regel dürfen Passagiere ein Gepäckstück in einer bestimmten Maximalgrösse mit sich führen. Zusätzlich ist ein weiterer persönlicher Gegenstand erlaubt, wie zum Beispiel eine Hand- oder Laptoptasche.

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Easyjet war in diesem Bereich bisher bereits als Ausnahme bekannt: Erlaubt ist nur ein Gepäckstück, Handtaschen oder ähnliches müssen Passagiere in den Koffer verstauen.

Und: Die maximalen Masse von 56x45x25 cm müssen strikt eingehalten werden. Am Easyjet-Gate werden die Passagiere deshalb gebeten, ihr Handgepäckstück in eine Schablone zu stellen. Passt es nicht, muss es in den Frachtraum – gegen Aufpreis.

Garantie nur noch für Mini-Koffer

Und seit 2. Juli 2013 läuft es noch strenger. Easyjet führte dann neue Bestimmungen ein – die sogenannte Handgepäckgarantie. Die Airline schreibt dazu: «Dank unserer neuen Handgepäckgarantie können Sie sicher sein, dass Ihr Handgepäck bei Ihnen bleibt, auch wenn der Flug ausgebucht ist.»

Was so schön klingt, hat aber einen Haken: Die Möglichkeit, einen Koffer im Gepäckfach oder unter dem Sitz zu verstauen, wird nur noch für Maximalmasse von 50x40x20 cm garantiert. Bei ausgebuchten Flügen besteht also die Gefahr, dass auch «normales» Handgepäck in den Frachtraum geladen werden muss.

Das ist umständlich. Denn wer bewusst nur mit kleinem Koffer reist, der möchte nach dem Flug nicht Zeit an der Gepäckausgabe vergeuden.

So bleibt Ihr Handgepäck dennoch bei Ihnen

Wenn Sie auch grösseres Handgepäck auf jeden Fall mit in die Kabine nehmen möchten, haben Sie folgende Möglichkeiten – allerdings gegen einen Aufpreis: Buchen Sie den Flexitarif oder besorgen Sie sich eine EasyJet-Plus-Karte.

Eine weitere Möglichkeit: Wer Speedy-Boarding oder einen Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit bucht, kann ebenfalls weiterhin das normale Handgepäck mit an Bord nehmen.

Aufpreise auch für Normalgepäck

Auch beim Normalgepäck ist Easyjet eine Ausnahme: Während bei den meisten Fluggesellschaften ein Gepäckstück bis 23 Kilo gratis aufgegeben werden kann, muss der Easyjet-Passagier auch für normales Gepäck einen Aufpreis bezahlen.

Die Kofferaufgabe kostet zwischen 21 und 40 Franken bei Online-Buchung, bei der Buchung am Flughafen kostet es bereits 50 Franken am Gepäckschalter oder 70 Franken am Gate. Erlaubt sind maximal 32 Kilo pro Passagier, die auf maximal drei Gepäckstücke verteilt werden können. Ist der Koffer schwerer als 20 Kilo, muss ein weiterer Aufschlag bezahlt werden.

Weitere Informationen und einen detaillierten Vergleich des Gepäck-Services von sechs verschiedenen Fluggesellschaften finden Sie hier.

Rollstuhlfahrer-Schikane: Alleine fliegen verboten

Airlines wollen im Konkurrenzkampf keine Zeit verlieren mit der Betreuung behinderter Passagiere. Fluggesellschaften zwingen darum Rollstuhlfahrer, eine Begleitperson mit an Bord zu nehmen. Behinderte würden so diskriminiert, klagen Behindertenverbände. Darum klagten sie 2009 gegen Easyjet.

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07.09.2010: Rollstuhlfahrer-Schikane: Alleine fliegen verboten

5:32 min, aus Kassensturz vom 7.9.2010