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Umwelt und Verkehr Trotz Energiewende: Kaum einer kauft Solarstrom

In der Schweiz wird mehr Solarenergie produziert, als die Stromkraftwerke ihren Kunden verkaufen können. Grund dafür ist unter anderem das Hochpreis-Image des Solarstroms, aber auch, dass sich die meisten Schweizer nicht mit dem Thema befassen wollen.

Legende: Audio Trotz Energiewende: Kaum einer kauft Solarstrom abspielen. Laufzeit 05:09 Minuten.
05:09 min, aus Espresso vom 12.05.2015.

Eine Umfrage bei drei grossen Schweizer Elektrizitätswerken zeigt ein klares Bild: Über 90 Prozent der Kunden beziehen hauptsächlich Strom aus Schweizer Wasserkraft. Bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich sind es nur gerade 8 Prozent der Kunden, die Strom kaufen, der auch Sonnenenergie enthält. Bei den Centralschweizer Kraftwerken sind es sogar weniger als 1 Prozent der Kunden. Die Berner Kraftwerke BKW bieten gar kein separates Solarstromprodukt mehr an. Die Nachfrage dafür sei nicht vorhanden, heisst es auf Anfrage.

Angebot und Nachfrage stimmen nicht überein

Es herrscht also die paradoxe Situation, dass es viel Solarstrom auf dem Markt gibt, dieser aber nicht als Solarstrom verkauft werden kann. Das Konsumentenmagazin «Espresso» will von Experten wissen, warum das so ist und stellt fest: Es gibt verschiedene Vorurteile, die sich hartnäckig halten.

  • Vorurteil 1: Solarstrom ist teuer
    Das sei früher so gewesen, sagt Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie: «Früher war Solarstrom vier bis fünf Mal so teuer wie herkömmlicher Strom. Das hat sich aber stark verändert. Heute bekommt man Solarstrom, der nur etwa 30 Prozent mehr kostet.» Das macht den Solarstrom heute erschwinglicher, zumal auch der Bau einer Solaranlage viel günstiger geworden ist, als noch vor ein paar Jahren.
  • Vorurteil 2: Den Strom zu wechseln ist kompliziert
    Für die Mehrheit der Bevölkerung ist das Thema Strom ein Buch mit sieben Siegeln. David Stickelberger, Geschäftsführer des Fachverbandes Swissolar bringt es auf den Punkt: «Viele wollen sauberen Strom, wollen sich aber nicht damit befassen.» Er schlägt darum vor, dass beim Standardstrom der Anteil an Solarstrom massiv erhöht wird. «Wer ausdrücklich Atomstrom will, der muss sich beim Elektrizitätswerk melden. Alle anderen bekommen den erneuerbaren Strom aus Wasser-, Solar- und Windenergie.»
  • Vorurteil 3: Das Solarstrom-Angebot ist unübersichtlich
    An diesem Vorurteil ist durchaus etwas dran. Je nach Stromanbieter gibt es x-verschiedene Möglichkeiten. Es sei wie bei den Handy-Abos, sagt Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie: «Nur befassen sich die Leute nicht sehr gern mit Strom-Abos.» Abhilfe schaffen kann hier die Vergleichsplattform My new Energy, Link öffnet in einem neuen Fenster. Hier lassen sich die Stromangebote am eigenen Wohnort übersichtlich vergleichen. Zudem werden die Angebote von einer Experten-Jury mit Noten bewertet, sagt die Geschäftsführerin Christina Marchand: «Je mehr Solarstrom in einem Stromangebot darin enthalten ist, desto besser schneidet es ab.» Das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis steht ganz oben.

47 Kommentare

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  • Kommentar von Eduard Biner, Zermatt
    Man sollte nicht vergessen, dass wir Endlager für die bestehenden radioaktiven Abfälle haben MUESSEN, will man diese nicht für Hunderttausende von Jahren in den Zwischenlagern belassen. Sichere Endlager sind heute technisch möglich, politisch vielleicht nicht! Vermutlich hätten wir sie schon heute, wenn nicht alle Probebohrungen behindert worden wären. Die Sicherheit für 1 Mio. Jahre Lagerung in einer 500 Mio. Jahre alten Gesteinsschicht beträgt 99.8% (gem. Wahrscheinlichkeitsrechnung).
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  • Kommentar von M.Bracher, Bern
    @Müller, Von wo kommt Ihr "angeblicher Solarstrom" während der Nacht, bei schlechtem Wetter oder im Winter her?? Ich sage es Ihnen, er kommt genau aus demselben KKW/Kohlekraftwerk wie mein Strom. Mit etwas logischen denken wüsste man dies, es sei denn, man glaubt lieber den Solarstromlügen der SP/Grünen! Erst wenn Sie Netzunabhängig sind, dürfen Sie Ihren Vortrag gerne halten, aber solange Sie ihren Solarstrom nur buchhalterisch verwenden, haben sie niemanden zu belehren! 17:55 12.5.15 http:/
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    1. Antwort von N Seiler, Zürich
      In der Schweiz ca. 60% Wasserkraft. Komisch das aber der ganze Strom, wenn die Sonne nicht scheint, von KKw's kommen muss.
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    2. Antwort von Peter Brenner, Schaffhausen
      N. Seiler: Es sind die "Energiewender", welche ständig mit dem Märchen aufwarten, man könne KKW durch PV und Wind ersetzen. Tatsächlich kannibalisieren diese "Neuen Erneuerbaren" nur die einheimische Wasserkraft. Das Bundesamt für Energie hat lt. Pressemitteilung vom 24.01.15 mehreren Wasserkraftwerken die Erlaubnis erteilt, die Produktion zu reduzieren - wegen des zeitweisen Überangebots von PV und Wind aus Deutschland. Tausende kWh an sauberer Energie aus Wasserkraft werden so verschwendet.
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  • Kommentar von M.Bracher, Bern
    Hier zeigt es sich wieder: Sobald es ums eigene Geld geht, da hört bei Links/Grün, das soziale- und grüneblabla, plötzlich schlagartig auf! Den teureren Solarstrom sollen andere zahlen! Getreu dem echten SP-Motto: Für alle die kosten, statt für wenige, welche den Mist wollen! 16:15 12.5.15 http://www.srf.ch/konsum/themen/umwelt-und-verkehr/trotz-energiewende-kaum-einer-kauft-solarstrom
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Bracher, Sind Sie bereit die Vollkosten für den Strom aus Kernenergie zu zahlen welcher ein mehrfaches von dem Kostet was Sie heute bezahlen? Oder ist Ihnen die Strompreislüge welche von SVP, FDP und CVP organisiert wurde lieber. Da können Sie die Kostenwahrheit über die Steuern zahlen. Ich als Solarstrom Nutzer muss über die Steuern das Suchen eines Endlagers mit finanzieren und unterstütze damit Bürger welche AKW Lügenstrom beziehen und nicht den vollen Preis zahlen! Ist das Recht!?
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    2. Antwort von C. Eugster, Bern
      Nach ihrer KKW Rechnung könnte man ja auch den Atomstrom teurer verkaufen und damit den Solarstrom subventionieren. Ich bin bereit für Nachhaltigkeit mehr zu bezahlen... Beide Stromerzeugsarten wären aber gleich teuer! Schon mal darüber nachgedacht?
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