Warum eine Kreditkarte so gross ist wie sie ist

Bankkarten, Kreditkarten, Identitätskarten, Führerausweise: Alle diese Kärtchen sind exakt gleich gross, nämlich 85,6mm x 53,98mm. Und: Sie sind 0,76 Millimeter dick. Warum ist das so? «Espresso-Aha!» hat die Antwort gesucht.

Verantwortlich für diese Masse ist die ISO, die Internationale Organisation, die einheitliche Normen und Standards bestimmt. Sie hat vor rund 50 Jahren die exakte Länge, Breite und Dicke einer solchen Karte definiert, unter anderem auch, damit solche Karten auch in alle Automaten passen.

Muster seien die bewährten Scheckkarten gewesen, die damals schon zahlreich im Umlauf waren, erklärt Jerry Granger, ISO-Berater und viele Jahre bei der Royal Bank of Scotland für die Kreditkarten-Entwicklung zuständig. Weshalb genau diese Masse gewählt wurden, kann aber auch er nicht sagen. Sie liegen jedenfalls nahe am berühmten «Goldenen Schnitt», dem idealen Verhältnis von Länge zu Breite.

Erfindung aus einer peinlichen Situation

Erfinder des bargeldlosen Zahlungsverkehrs soll übrigens der amerikanische Geschäftsmann Frank McNamara gewesen sein. Angeblich soll er beim Geschäftsessen in einem Diner sein Portemonnaie vergessen haben. Aus dieser peinlichen Situation sei in den 1950er-Jahren der Checkkarten-Club Diners Club entstanden, so die offizielle Version des Unternehmens.

Laut einem Artikel im NZZ-Folio ist dies aber nur eine Legende, ausgedacht von der PR-Abteilung McNamaras. Jedenfalls sind daraufhin immer mehr Hersteller auf den Zug aufgesprungen und haben erst Scheckkarten und dann Kreditkarten aus Plastik vertrieben.

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