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«Espresso-Aha»: Warum ist der Kaltwasserhahn rechts?
Aus Espresso vom 17.09.2018.
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«Espresso Aha!» Warum ist der Kaltwasserhahn rechts?

Täglich benutzen wir viele Wasserhähne. Dass sich Warmwasser links befindet, hat sich vor über 50 Jahren durchgesetzt.

«In einer Sanitärinstallation ist in der Regel der Warmwasseranschluss links und der Kaltwasseranschluss rechts», sagt Paul Sicher, vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW. Das sei historisch so gewachsen.

Roland Gloor ist Präsident des Verbandes der Schweizer Armaturenfabriken und Chef-Designer der Schweizer Armaturenfirma KWC. Auch er sei das schon oft gefragt worden, sagt Gloor.

Lavabo
Legende: Seit den 60er-Jahren gilt die Empfehlung, dass der blaue Drehknopf rechts montiert wird. Colourbox

«Meine Nachforschungen haben ergeben, dass es keine klare Antwort gibt. Ich gehe davon aus, dass der Grund dafür die intuitiv richtige Bedienung ist, nämlich mit der rechten Hand aufs kalte Wasser zu gehen.» Das macht Sinn, weil man im Alltag mehr kaltes wie warmes Wasser braucht und den Wasserhahn einfacher mit der rechten Hand bedienen kann.

Standard ist International gültig

Gloor ist schon seit über 43 Jahren in der Armaturenbranche tätig und in viele Länder gereist. Er hat festgestellt, dass sich dieser Standard international durchgesetzt hat: «Auch in England oder Australien sind die Wasserhähne wie bei uns angeordnet.»

In den Archiven des SVGW hat Paul Sicher erste Branchen-Standards zu Wasserinstallationen gefunden. «Bereits 1960 empfahl der Verband Warmwasser links und Kaltwasser rechts anzuordnen. Nach der Revision 1976 ist diese Anordnung sogar Pflicht.» Diese Standards gelten laut Gloor europaweit.

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«Espresso Aha!»

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Einhand-Mischer setzt sich durch

Heute dominieren bei den Armaturen die sogenannten Einhandmischer. Damit lässt sich das Wasser mit nur einer Hand stufenlos auf die gewünschte Temperatur einstellen. «In England gibt es aber noch zahlreiche Lavabos, welche zwei einzelne Wasserhähne haben», erzählt Chefdesigner Gloor. «Wenn man lauwarmes Wasser will, muss man es im Lavabo entsprechend mischen.» Doch auch in England setze sich der Einhandmischer immer mehr durch.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Bravi  (Lucas_Basel)
    Fortsetzung:
    Was die Gewindebohrer anbetrifft, so sind die ersten Beispiele von Wanneneinheiten mit zwei Hähnen für warmes und kaltes Wasser, die lauwarmes Wasser liefern können, vom späten 19Jh bis zum frühen 20Jh.
     
    Es kann nicht gesagt werden, warum der Kaltwasserhahn auf der rechten Seite ist. Vermutlich weil die meisten Rechtshänder sind. Früher wurden die Linkshänder schwer bestraft. Deshalb wurden der Kaltwasserhan rechts platziert wurden, um sie schneller zugänglich zu machen.
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  • Kommentar von Lucas Bravi  (Lucas_Basel)
    Es gib das Museo del Rubinetto
    Piazza Martiri 1
    28017 San Maurizio D'opaglio
    Italien

    Dort habe ich erfahren: Hähne, die heißes und kaltes Wasser liefern können, sind bereits in römischer Zeit vorhanden. Im Museum haben wir eine Reproduktion eines römischen männlichen Deviators, reproduziert aus der Zeichnung eines in Biel entdeckten Originals, das abwechselnd heißes oder kaltes Wasser liefern kann. Das Mischen fand im Becken unten statt. Fortsetzung folgt:
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  • Kommentar von Walter Schenkel  (wschenkel)
    Auch heute noch werden von der Fa. KWC Zweigriff-Wandarmaturen für den Anschluss von drucklosen Wassererwärmern hergestellt mit dem Kaltwassergriff links!
    Z.B Art.Nr. K.11.44.22.000A98 und folgende.
    Das sind zwar Spezialitäten, aber immer noch aktuell und deshalb sollte man sie nicht verschweigen.
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