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«Espresso Aha!» Was bedeutet der RDA-Wert auf der Zahnpasta?

Der RDA-Wert sagt, wie stark die Zahnpasta beim Putzen die Zähne abschmirgelt. Die Deklaration ist aber freiwillig.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Was bedeutet der RDA-Wert auf der Zahnpasta? abspielen. Laufzeit 04:13 Minuten.
04:13 min, aus Espresso vom 03.12.2018.

RDA steht für «Relative Dentin Abrasion»: «Dieser sagt, wie stark die Zahnpasta bei einem regelmässigen Putzen, das Zahnbein, das Dentin abträgt», erklärt Florian Wegehaupt vom Zentrum für Zahnmedizin an der Universität Zürich. Dort befindet sich eines von nur zwei Laboratorien weltweit, wo alle paar Jahre der RDA-Wert der meistverkauften Zahnpasten ermittelt wird.

Es geht also um die Zahnsubstanz: Das Zahnbein oder Dentin ist das weiche Innere des Zahnes. Es ist normalweise umhüllt vom harten Zahnschmelz. Bei Problemen mit den Zähnen, wie etwa einem Zahnfleisch-Rückgang könne es zum Vorschein kommen, und dann sei es auch stärker der Abrasion ausgesetzt, so der Zahnmediziner im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Für schöne weisse Zähne

Die Skala der RDA-Werte ist beachtlich lang: Sie reicht von Null bis 150. Je höher der Wert, desto stärker ist der Abrieb. Verantwortlich dafür sind mikroskopisch kleine, chemische «Putzkörperchen».

Und wie der Name schon sagt, machen diese grundsätzlich etwas Erwünschtes: Sie entfernen Flecken und Belag von den Zähnen, machen sie schön weiss. Jemand mit gesunden, starken Zähnen könne problemlos auch eine Zahnpasta mit einem hohen RDA-Wert benutzen, sagt Wegehaupt.

Bei Zahnproblemen: Zahnpasta mit tiefem Wert verwenden

Anders ist es bei Leuten mit Zahnproblemen, mit schlecht ummanteltem Dentin. Für sie könnte der Gebrauch einer solchen Zahnpasta zum Problem werden, weil der weiche Zahnkern eben stärker abgerieben wird. «Diese Leute sollten eine Zahnpasta mit einem eher tiefen Wert verwenden», sagt Wegehaupt. Das bedeutet, nicht mehr als 50 bis 60.

Zahnarzt fragen

Speziell ist die Sache bei elektrischen Zahnbürsten: Da diese deutlich intensiver putzen, verstärkten sie auch die Wirkung der Zahnpasta um ein Vielfaches. Wegehaupt empfiehlt deshalb den Nutzern solcher Zahnpasten tendenziell eher zu einer weniger abrasiven Zahnpasta zu greifen.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

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Für wen sich welche Zahnpasta am besten eignet, da wisse wohl der Zahnarzt am besten Bescheid, so Wegehaupt. Der Zahnarzt könne unter anderem auch Tipps geben zur passenden Zahnbürste, ob sie eher weich oder hart sein soll. Oder wieviel Fluorid die Zahnpasta enthalten soll.

Hersteller muss den RDA-Wert nicht aufdrucken

Die Deklaration des RDA-Wertes ist freiwillig. Auf manchen Tuben steht er drauf, auf manchen aber nicht. Eine «Espresso»-Hörerin aus dem Kanton Bern stört das: «Es müsste doch sein, dass diese Zahl überall draufsteht».

Auch Zahnmediziner Wegehaupt würde dies begrüssen. Sein Tipp: Wenn nichts deklariert sei, auch hier den Zahnarzt fragen. Sein Labor ermittelt den RDA-Wert der gängigsten Marken und publiziert dies alle paar Jahre für die Hersteller und die Zahnärzte.

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