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Legende: Video Sex ist für Kreuzspinnen-Männchen nicht ganz ungefährlich abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Biodiversität vom 08.08.2019.
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Arten im Selbstportrait «Ich bin die Kreuzspinne und fresse manchmal meinen Partner auf»

Damit mir keine fette Fliege entgeht, muss ich immer wieder mein Netz ausbauen. Deshalb bin ich meistens sehr beschäftigt. Wenn du magst, mache ich aber eine kurze Pause und erzähle dir von mir.

Kreuzspinne in ihrem Netz
Legende: Pixabay
  • Du erkennst mich ganz einfach an dem weissen Kreuz auf meinem Rücken, welches eigentlich aus einzelnen Flecken besteht. Du musst mal ganz genau hinsehen.
  • Unsere Farbe ist unserem Lebensraum angepasst, damit wir immer gut getarnt sind.
  • Wusstest du, dass unsere Spinnenseide ungefähr viermal so belastbar ist wie Stahl? Zudem kann man sie um das Dreifache ihrer Länge dehnen, bevor sie reisst. Kein menschliches Material kann das leisten. Unsere Spinnfäden bestehen aus Eiweissen, die wir in unseren Spinndrüsen am Hinterleib produzieren. Wenn wir den Faden dann durch unsere sechs Spinnwarzen ausscheiden, wird er elastisch und klebrig.
  • Wenn wir schlüpfen, werfen wir bereits unsere erste Hauthülle ab. Dies wiederholen wir mehrmals, bis wir uns paaren können.
  • Wir Kreuzspinnen sind Einzelgänger. Wenn wir erwachsen sind, streifen unsere männlichen Vertreter wie Vagabunden durch die Gegend, um paarungsbereite Weibchen zu suchen. Nur die Damen spinnen die wunderschönen Radnetze, in deren unmittelbarer Umgebung sie wohnen. Die Männchen zupfen an einem Werbefaden, welchen sie zum Netz des Weibchens spinnen. So machen sie auf sich aufmerksam und versuchen herauszufinden, ob das Weibchen sich mit ihnen paaren möchte.
  • Unser Radnetz bauen wir innerhalb einer Stunde, wir sind da echt flink und fleissig. Ganze 20 Meter Spinnfaden produzieren wir extra nur dafür. Mit dem Netz fangen wir Insekten, um sie zu verspeisen. Sobald sich ein Insekt ins Netz verirrt, fühlen wir das durch den Signalfaden.
    Den ins Netz gegangenen Insektenkumpel wickeln wir ein und injizieren ihm unser lähmendes Gift. Dann spritzen wir ihm Verdauungssaft ein, damit wir ihn anschliessend aussaugen können. Nicht die feine Art, ich weiss.
  • Wir erneuern unser Netz oft über Nacht, da es einstaubt und dann nicht mehr klebt. Hierfür fressen wir einen Teil davon auf und recyceln den Faden dann für das neue Netz.
  • Man munkelt, Spinnengift sei gefährlich. Mache dir bei uns keine Sorgen! Unser Gift ist für den Menschen völlig ungefährlich, zumal unsere am Kopf sitzenden Klauen gar nicht durch eure dicke Haut kommen. Lediglich bei Kleinkindern kann ein Biss etwas jucken, und auch Allergiker sollten ein bisschen aufpassen. Ein Biss fühlt sich etwa so an wie ein Mückenstich.
  • Unsere natürlichen Feinde sind vor allem Singvögel. Darum haben wir uns etwas einfallen lassen: Wir machen unser Netz fast unsichtbar, indem wir es in Schwingung versetzen.
  • Du findest uns in den natürlichsten Gegenden um dich herum. Leider schädigen uns Pestizide. Aber auch moderne und exotische Anlagen sowie der damit verbundene Schwund einheimischer Pflanzen machen uns zu schaffen. Der Lebensraum unserer Nahrung schwindet überall, und so ist es eine Frage der Zeit, bis auch wir immer weniger werden. Dabei sind wir doch als biologische Schädlingsbekämpfer so nützlich für diesen Planeten!

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