Vom Umgang der Religionen mit ihren Fundamentalisten

Fundamentalismus entsteht aus dem Gefühl der Bedrohung der eigenen Religion, analysiert die Wiener Theologin und Psychologin Susanne Heine. Sie bezeichnet Fundamentalismus als eine Art «Zelt-Mentalität», die man sehr genau wahrnehmen sollte.

Wie gehen Religionen mit ihren Fundamentalisten um?
Bildlegende: Wie gehen Religionen mit ihren Fundamentalisten um? Reuters

Wer sich ausserhalb dieses «Zeltes» aufhält, ist für Fundamentalisten rasch ein Feind der Wahrheit, während sie sich selbst im alleinigen Besitz der Wahrheit sehen. Fundamentalismus ist für Susanne Heine, die in den 1990-er Jahren an der Universität Zürich lehrte, ein reaktives Phänomen, das sich gegen die Herabsetzung der eigenen Religion und Kultur zur Wehr setzt. In einer Zeit, in der sich Kirchen und Religionen allzu leicht an den Zeitgeist verkaufen, ist der Fundamenta­lismus aber auch das Phänomen einer Krise und legt gewissermassen den Finger in die Wunde. Somit sollten wir den Fundamentalismus durchaus ernst nehmen, sagt die Theologin im Gespräch mit Hansjörg Schultz.

Redaktion: Hansjörg Schultz