Zum Inhalt springen
Inhalt

Alltag & Umwelt Krank zur Arbeit – darf ich das überhaupt?

Sich trotz Grippe zur Arbeit schleppen: Laut einer Seco-Studie tut das hierzulande jede(r) zweite Erwerbstätige mindestens einmal pro Jahr. Dabei wäre es die Pflicht des Arbeitnehmers, mit der ansteckenden Krankheit zu Hause zu bleiben. Der «Ratgeber» erläutert Rechtsfragen zum Krankheitsfall.

Legende: Audio Trotz Grippe zur Arbeit? abspielen. Laufzeit 23:04 Minuten.
23:04 min, aus Ratgeber vom 19.11.2013.

An «Helden der Arbeit» mangelt es der Schweiz besonders während der Grippesaison nicht: Mit fiebrigem Blick und schmerzenden Gliedern schleppen sie sich ins Geschäft, bewältigen so gut es geht das tägliche Pensum und versuchen irgendwie über die Runden zu kommen.

So löblich oder nachvollziehbar dies im Einzelfall erscheinen mag, es ist nicht rechtens. Denn wer von einer ansteckenden Krankheit befallen ist, hat eigentlich keine Wahl, ob er zur Arbeit erscheinen will oder nicht: Er muss zu Hause bleiben, denn der Arbeitgeber hat die gesetzliche Pflicht, seine Belegschaft – in diesem Fall die anderen Angestellten – vor Ansteckungen zu schützen. Soweit die Theorie. In der Praxis geht jede(r) zweite Erwerbstätige in der Schweiz trotz Krankheit arbeiten.

Weitere wichtige Fragen und Antworten:

  • Wann muss ich ein Arztzeugnis beibringen? Das wird im Arbeitsvertrag geregelt; für gewöhnlich ab dem dritten oder vierten Tag krankheitsbedingter Abwesenheit.
  • Muss ich meinem Arbeitgeber verraten, woran ich erkrankt bin? Auch wenn es sich eingebürgert hat, dass man sich zum Beispiel mit der Begründung «habe die Grippe» abmeldet: Weder der Arbeitgeber noch die Mitarbeiter haben einen gesetzlichen Anspruch darauf zu erfahren, welche Diagnose für Ihre Arbeitsunfähigkeit verantwortlich ist. Im Arztzeugnis ist sie nicht festgehalten, und auch der Arzt untersteht der Schweigepflicht.
  • Kann mich der Arbeitgeber verpflichten, zu Hause zu arbeiten? Je nach Grund des Ausfalls sind gewisse Tätigkeiten denkbar und möglich. Grundsätzlich entscheidet aber der Arzt über den Grad der Arbeitsfähigkeit.

SRF-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner geht in der Radiosendung ausserdem auf den Kündigungsschutz und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ein.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Caterina Pellicioli, Winterthur
    Ein "Arbeitszeugnis" beibringen? Ich denke, dass es sich hier wohl eher um das Arztzeugnis handelt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Schaub, Bern
    Leider ist es in der Praxis so: WER Karriere machen, also ganz nach oben möchte, kann es sich gar nicht leisten, nicht zu arbeiten, wenn er krank ist, sonst ist er leider all zu oft weg vom Fenster. Viele Chefs gucken darauf, wer auch krank zur Arbeit erscheint, auch dann Interesse zeigt und wer eben nicht. Und das weltweit, nicht nur schweizweit. Gerade in Amerika ist das an der Tagesordnung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Andy Meier, Thun
      Soweit es mir bekannt ist, bekommen die Amerikaner nur wenige Tage Urlaub im Jahr. Hinzu kommen einige Erholtage (sick days), welches ein Fernbleiben aufgrund Krankheit erlaubt. Diese werden oft aber als zusätzliche Ferien genutzt, weswegen viele auch bei Krankheit bei der Arbeit erscheinen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen