«Cochrane Library» – Wissen für die, die es wissen wollen

Wer Antworten auf medizinische Fragen sucht, wird im Internet schnell fündig. Aber was sind die gewonnenen Informationen wert? Die renommierte Datenbank «Cochrane Library» soll als Fels im Datenmeer in Zukunft auch Laien Halt bieten.

Video «Was bringt die Cochrane-Library medizinischen Laien?» abspielen

Was bringt die Cochrane-Library medizinischen Laien?

7:14 min, aus Puls vom 25.1.2016

1971 schrieb der Engländer und Epidemiologe Archie Cochrane eine Arbeit über die Effizienz und Wirksamkeit von medizinischen Behandlungen und forderte eine Art Register für qualitativ hochstehende Studien. Erst fünf Jahre nach seinem Tod 1993 wurde die weltweit vernetzte Cochrane Collaboration gegründet.

Heute arbeiten 37'000 Wissenschaftler, Ärzte, Personen aus der Pflege, Statistiker aber auch Patienten aus über 130 Ländern bei Cochrane. Ein Grundsatz von Cochrane ist es, kein Geld aus kommerziellen oder anderweitig mit Interessenkonflikten behafteten Quellen anzunehmen – damit wird die Unabhängigkeit gewährleistet.

Der Patient als Experte seiner Krankheit

Wer Antworten auf medizinische Fragen sucht, wird heute im Internet schnell fündig. Auch Patienten vertrauen längst nicht nur mehr auf die Aussagen ihrer Ärzte, sondern wollen sich in Eigenregie informieren. Die «Cochrane Library» bietet dabei eine sichere Quelle. Bis anhin war die Datenbank vor allem als medizinische Stütze für Fachleute gedacht, neu soll sie eben auch Laien im Datendschungel Orientierung geben.

Zu diesem Zweck hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) eine Nationallizenz gekauft und diese Anfang 2016 allen Schweizern gratis zugänglich gemacht. Der Vertrag, den die SAMW, das Bundesamt für Gesundheit und die Universitätsbibliotheken finanzieren, läuft vorerst fünf Jahre bis 2020.

Deutsch für Laien

Beim Blick über die Schulter von Laien zeigt sich, dass vor allem viel Übung nötig ist, um die Datenbank effizient zu nutzen. Je konkreter die Frage, der man nachgeht, desto eher findet sich auch eine Studie dazu. Internet- und Englischkenntnisse sind zudem unumgänglich. Auch die für Laien zum Teil in mehreren Sprachen angebotenen so genannten Laienzusammenfassungen sind keine leichte Kost und enthalten nach wie vor viele medizinische Fachausdrücke.

Aus diesem Grund haben Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich das Gemeinschaftsprojekt «Cochrane Kompakt» ins Leben gerufen. Laufend werden die Originaltexte in deutsche Sprache übersetzt und vereinfacht. Diese zusätzliche Datenbank soll in Zukunft ständig wachsen.

Sendung zu diesem Artikel