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Forschung 30 Jahre Kunstherz - Herzpumpe statt Herztransplantation?

Im Dezember 1982 wurde einem Patienten erstmals ein künstliches Herz eingepflanzt. Er überlebte nur 112 Tage. Heute sind die mechanischen Pumpen aber so raffiniert, dass sie mehrere Jahre funktionieren und in Zukunft auch die Transplantation ersetzen könnten.

Legende: Video Kunstherz statt Herztransplantation? abspielen. Laufzeit 05:03 Minuten.
Aus Puls vom 10.12.2012.

Trotz aller Forschritte in der Transplantationsmedizin: Es gibt einen Trend hin zu den «Kunstherzen». Das liegt einerseits daran, dass die künstlichen Herzpumpen immer kleiner und raffinierter werden, andrerseits gibt es immer mehr ältere Menschen, die ein neues Herz bräuchten, aber kaum Aussichten auf ein Spenderorgan haben. Denn die Zeit, die Menschen auf ein neues Organ warten müssen, nimmt zu. Auch für jüngere Herzpatienten bietet ein Kunstherz deswegen die Chance, die Zeit bis zur Transplantation mit einer künstlichen Herzpumpe überbrücken.

Mobile Patienten

Lange Jahre versuchten Forscher weltweit, komplette künstliche Herzen zu entwickeln. In den 90er-Jahren setzte sich die Idee der unterstützenden Pumpe durch: Mussten die Patienten früher an grossen Maschinen stationär angeschlossen bleiben, genügt heute eine Tasche mit Akkus für die Stromversorgung. Allerdings davon, dass sie die Stromversorgung ständig im Auge behalten und Ersatzakkus mit sich führen müssen, sind die Patienten mobil.

Bei den neuen Modellen halten die Akkus bis zu zwölf Stunden, weit mehr als frühere Modelle. Der Strom wird über ein Kabel durch die Bauchdecke an die Pumpe geführt. Infektionen an diesem Eingang in den Bauch sind die häufigsten Komplikationen der Kunstherzpatienten.

Dauerhaft statt vorübergehend

Die je nach Modell über 100‘000 Franken teuren Pumpen bezahlen die Krankenkassen nur zur Überbrückung bis zur Transplantation. In den USA und den umliegenden europäischen Ländern, werden die Pumpen auch als definitive Lösung eingesetzt, da sie mittlerweile über mehrere Jahre funktionieren und den Patienten eine gewisse Lebensqualität erlauben. Auch in der Schweiz gibt es Bestrebungen, mechanische Herzpumpen anstelle von Transplantationen zu etablieren.