Gefahr durch Wanderstöcke

Wanderstöcke machen vor allem das Abwärtslaufen angenehmer. Doch sie können zur Gefahr werden.

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Risiken von Wanderstöcken

0:24 min, aus Puls vom 5.9.2016

Die Unfallstatistik zu Unfällen in alpinem Gelände belegt es: Wanderstöcke machen das Wandern nicht nur angenehmer, sie führen häufig auch zu Stürzen. Manchmal liegt das am falschen Einsatz, oft aber auch daran, dass das Material nicht richtig gewartet wurde.

Die häufigsten Unfallursachen sind:

  • Zusammenrutschen der Stockteile bei Teleskopstöcken. Deshalb sollte man kontrollieren, dass die Verschlüsse gut angezogen sind. Arretierungsteile bei Verschleiss austauschen und an Stellen, wo beispielsweise die Hände zum Klettern gebraucht werden, im Rucksack verstauen.
  • Wer Wanderstöcke sehr häufig einsetzt, vernachlässigt sein Gleichgewichtsgefühl. Auch die Koordinationsfähigkeit leidet. Das kann nach einiger Zeit besonders in anspruchsvollerem Gelände zu Problemen führen, auf schmalen Graten ohne Platz für Stöcke beispielsweise. Auch die Stolpergefahr nimmt zu. Gesunde sollten auf ebenen Passagen deshalb auf Stöcke verzichten.
  • Die Stöcke sind dennoch ein sinnvolles Hilfsmittel, insbesondere für ältere oder übergewichtige Wanderer oder Menschen mit Gelenks- oder Wirbelsäulenproblemen. Auch beim Tragen eines schweren Rucksacks können Stöcke entlasten.

So geht`s:

  • Bei starkem Gefälle Stöcke etwas verlängern. In steilem Gelände Stöcke verkürzen. Die Länge stimmt dann, wenn beim Einsatz das Ellenbogengelenk im 90-Grad-Winkel ist.
  • Stöcke in schwierigem Gelände sicher mit der Spitze nach unten an den Rucksack, nicht die Handgelenke.
  • Stöcke entlasten im Abstieg nur, wenn man sie gleichzeitig parallel vor dem Körper absetzt, den Oberkörper in Vorlage bringt und die Beine anwinkelt, um die Stöcke weit nach vorne zu setzen.
  • Stockeinsatz nur alle zwei bis drei Schritte.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 05.09.2016 21:05

    Puls
    Psychoonkologie, Organspende, Bergabwandern

    05.09.2016 21:05

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    • Experten-Chat: «Umgang mit einer Krebs-Diagnose»
    • Spenderorgane – In der Schweiz wäre mehr zu holen