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Gesundheitswesen Das gehört in eine Patientenverfügung

Mit dem «Docupass» lassen sich alle wichtigen Vorsorgedokumente in einem einzigen Dossier bündeln. Das Interesse an diesem Angebot ist gross, allerdings sind Seniorinnen und Senioren beim Ausfüllen der Papiere manchmal überfordert.

Eine Patientenverfügung unter Tabletten, einem Stetoskop und einer Spritze.
Legende: Wie weit soll die Behandlung gehen? Das können Patienten in einer Patientenverfügung selbst bestimmen. imago

Der «Docupass» der Pro Senectute ist ein Vorsorgedossier, das persönliche Anliegen, Bedürfnisse, Forderungen und Wünsche im Zusammenhang mit Krankheit, Pflege, Sterben und Tod umfassend festhält. Er enthält Infobroschüren, die Patientenverfügung und Organspendeangaben ebenso wie Angaben für den Todesfall oder Anleitung für ein Testament.

Alles korrekt und rechtlich einwandfrei auszufüllen, ist nicht ganz einfach. Deshalb gibt Margrit Brunner, ehemalige Geschäftsleiterin von Pro Senectute Glarus und Mitinitiantin des «Docupass» in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Kurse zum Thema Patientenverfügung.

Immer wieder begegnet sie dabei der Angst, mit einer Patientenverfügung zugleich das Todesurteil zu unterschreiben. Dem widerspricht Margrit Brunner deutlich: «Die Patientenverfügung wird erst und nur dann hervorgenommen, wenn ich entweder eine schwere, irreversible Hirnverletzung habe, also im schweren, tiefen Koma bin. Oder aber, wenn ich eine schwere, irreversible Hirnerkrankung habe, die nur noch immer schlimmer wird. Oder aber, wenn ich schon im Sterben liege.»

Wenn dann in diesen schon schwierigen Situationen noch eine medizinische Komplikation hinzukomme, wegen der man eine medizinische Massnahme beschliessen müsse, kommt die Patientenverfügung ins Spiel. «Also: Soll man in einem solchen Zustand noch reanimieren, soll man dann weiterbehandeln und weiter den todesnahen Zustand erhalten – oder soll man mich einfach sterben lassen?»

Patientenverfügung heisst nicht aktive Sterbehilfe

Dabei kann man sehr explizit bestimmen, welche Massnahmen erwünscht oder unerwünscht sind – zum Beispiel, ob man noch eine Magensonde setzen soll, wenn die Person schon so nah am Tod ist, dass sie nicht mehr essen mag.

Eine Patientenverfügung kann aber noch viel mehr regeln und den Angehörigen belastende Entscheidungen in sowieso schon schwierigen Situationen abnehmen. Eine erweiterte Patientenverfügung kann Wünsche zum Aufenthaltsort beim Eintritt des Todes aufnehmen, aber auch, ob der oder die Sterbende religiöse oder spirituelle Begleitung wünscht oder aber Organe spenden möchte oder nicht, und wenn ja, welche.

Eine Patientenverfügung kann Antworten auf all diese Fragen geben, wenn der Patient sich selbst nicht mehr klar äussern kann. Mit aktiver Sterbehilfe habe das nichts zu tun – denn bei ihr muss der Patient noch bei Sinnen, urteils- und zumindest noch minimal handlungsfähig sein.

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