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Gesundheitswesen In der Mitte der Gesellschaft statt am Rand

Menschen mit einer Beeinträchtigung wurden früher in Heime gesteckt, abgesondert von der Gesellschaft. Heute will man sie mit der Bevölkerung in Kontakt bringen.

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3:55 min, aus Rendez-vous vom 20.05.2015.

Immer stärker wollen Alten- und Behinderteneinrichtungen nicht mehr einsam und isoliert existieren, sondern offen sein für das Leben rundherum – und so Berührungsängste zwischen den Menschen verringern und den Austausch stärken.

Ein Beispiel für die Umsetzung dieses Ansatzes sind die neuen Arbeits- und Wohnplätze der Stiftung «Züriwerk» in Zürich-Leutschenbach. Sie befinden sich mitten in einer grossen Genossenschaftssiedlung. 40 Menschen mit Beeinträchtigungen werden so in Wohngemeinschaften zwischen anderen Familien leben und dort auch ihrer Arbeit an 34 neuen Atelierplätzen nachgehen, die ebenfalls in der neuen Überbauung auf dem Hunziker Areal entstehen. Das entspricht der Strategie der Stiftung, der es am Herzen liegt, mehr integrierte quartiernahe Wohn- und Arbeitsplätze anzubieten.

«Es ist nicht normal, alle Menschen, die ein wenig anders sind, an den Rand zu drängen. Das hier ist eindeutig ein Gewinn für alle – für die Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch für die Umgebung», sagt Beata Hochstrasser, Direktorin der Stiftung Züriwerk. Das Ziel ist, sich möglichst oft zu begegnen und so Hemmungen abzubauen.

Arbeiten und wohnen mitten unter «Normalos»

Einige der Wohnungen sollen von je drei Personen bezogen werden, mit der Besonderheit, dass sich mehrere solcher Wohneinheiten eine Gemeinschaftsküche teilen. So bleiben die Vorteile der Gemeinschaft erhalten, aber es ist mehr Privatsphäre als in grossen Wohneinheiten möglich.

Wer mit wem zusammen wohnt, bestimmen die Bewohner selbst – und auch, wie die Wohnungen eingerichtet werden sollen. Daneben gibt es auch kleinere Studios und kleine Wohnungen für diejenigen, die selbständiger leben können oder mehr Privatsphäre benötigen. Hinzu kommen Wohnungen mit zusätzlicher Pflegeinfrastruktur für Menschen mit mehrfacher Beeinträchtigung und pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren. Ein «Vorzeigeprojekt», betitelt so auch Beata Hochstrasser das neue Angebot. Finanziert wird es von der IV und dem Kanton Zürich.

Zur Arbeit gehen werden die Männer und Frauen in verschiedenen Ateliers, die nach Themenschwerpunkten aufgebaut sind. Jeder kann hier selbst wählen, ob er oder sie mit Textilien, Farbe oder Papier arbeiten, in der Recycling- und Reparaturwerkstatt oder im Logistik-Atelier tätig sein will. So sortiert der eine Schrauben, der andere erledigt einfache Bürotätigkeiten, und wieder andere reparieren Spielzeug oder basteln Schlüsselanhänger.

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