Neues Spendeverfahren soll Organmangel abschwächen

Im Mai 2012 haben die Unispitäler Zürich und Genf erstmals in der Schweiz eine Triple-Crossover-Nierentransplantation durchgeführt. Dabei wurden die Nieren von drei Spender-Empfänger-Paaren quasi über Kreuz transplantiert. Die erfolgreich praktizierte Technik könnte den Organmangel verringern.

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Kreuzspenden sollen Organmangel lindern

7:39 min, aus Puls vom 4.11.2013

Ein Mann, der seiner Partnerin eine Niere spendet, eine Schwester, die ihrem Bruder mit einer Niere aushilft: Lebendspenden bleiben bislang in der Familie oder zumindest im Bekanntenkreis. In 20 Prozent dieser Fälle aber sind Spenden nicht möglich, weil Spender und Empfänger nicht kompatibel sind.

Viele nierenkranke Menschen sind deshalb auf wöchentliche Dialysen angewiesen. Ihnen bleibt die Hoffnung auf ein Organ einer verstorbenen Person. In der Schweiz warten rund 1200 Personen auf eine solche Niere. Die Wartezeit beträgt im Durchschnitt zwei bis vier Jahre.

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Diese schwere Wartezeit soll nun in der Schweiz ein neues Auswahlverfahren verkürzen. Die Idee: Organe von Lebendspendern werden über Kreuz vergeben. Ein Spender-Empfänger-Paar, bei dem eine Spende aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, tut sich mit einem zweiten Paar in der gleichen Situation zusammen. Die Nieren werden nun - sofern die Kompatibilität gegeben ist - jeweils dem Empfänger des anderen Paares gespendet. Sind drei Paare beteiligt, spricht man von Triple-Crossover-Nierenspenden.

Die Universitätsspitäler Zürich und Genf haben so eine Dreifach-Spende letztes Jahr erstmals durchgeführt. Über ein Jahr nach den erfolgreichen Transplantationen geht es allen Beteiligten gesundheitlich gut.

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