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Körper & Geist Das Rätsel um den krummen Rücken

Ein krummer Rücken ist nicht nur ein optischer Makel, er kann auch grosse Schmerzen bereiten und den Alltag massiv beeinträchtigen. Wie es zur Verformung der Wirbelsäule kommt, ist nicht immer klar. Präventiv lässt sich trotzdem einiges tun.

Ein alter Mann im Meer watet gebückt durch das Wasser in Richtung Strand
Legende: Wie aufrecht man im Alter noch unterwegs ist, lässt sich kaum vorhersagen. imago

Für den Volksmund ist die Sache klar: Wer als Kind einen schweren Schulthek tragen musste und später schwer gearbeitet hat, kriegt im Alter einen krummen Rücken. «Falsch», sagt Markus Rühli von der Wirbelsäulen- und Schmerzklinik Zürich. So einfach sei das nicht. Man versuche schon lange herauszufinden, wer gefährdet ist und wer nicht.

«Wir haben Leute, die schon im mittleren Alter einen relativ krummen Rücken haben, der sich aber bis ins hohe Alter so hält. Und dann gibt es solche, die mit 40, 45 noch einen recht schönen Rücken haben und mit 80 total krumm dastehen.» Selbst für Fachleute sei es schwierig vorauszusagen, welche Wirbelsäule dazu neigt, sich degenerativ zu verkrümmen und welche konstant bleibt.

Abnützung und Knochenschwund

Für einen krummen Rücken lassen sich aber doch zwei Hauptgründe nennen. Zum einen die Arthrose: «Wenn sich die Wirbel gegeinander verschieben und abkippen, die Bandscheiben unterschiedlich stark abgenützt werden, gibt das über mehrere Wirbel hinweg eine Verkrümmung», erklärt der Wirbelsäulenchirurg.

Eine weitere Ursache ist die Osteoporose: «Die Verschlechterung der Knochenqualität tritt vor allem bei Frauen nach 60 auf. Sie kann dazu führen, dass Wirbel einbrechen – und wenn ein Wirbel schräg einbricht, führt das mit der Zeit ebenfalls zu einer Verkrümmung.»

Nicht selten kommt es zu einer Kombination beider Faktoren. Wer erst einmal einen krummen Rücken hat, muss mit erheblichen Schmerzen und Einschränkungen rechnen. «Besonders störend sind die Schmerzen, wenn sie auch im Liegen und beim Schlafen auftreten» weiss Markus Rühli, «ebenso wie beim Sitzen, was in Beruf wie Alltag sehr limitierend ist.»

Überschreiten die Krümmungen und Verschiebungen der Wirbelsäule ein gewisses Mass, kommt schliesslich das Rückenmark im Wirbelkanal unter Druck, was zu Gefühlsstörungen bis hin zu Lähmungen führen kann – dem Endstadium einer extremen Verkrümmung.

Training lohnt sich

Wahrscheinlich spielt bei der Entstehung eines krummen Rückens die Veranlagung eine wichtigere Rolle als der Lebenswandel. Dennoch lohnt sich der Versuch, einer Degeneration des Rückens aktiv entgegenzuwirken. «Eine gut trainierte Muskulatur unterstützt die Wirbelsäule beim Wegstecken von Belastungen. Man sollte die Belastung aber auch vernünftig anzupassen», betont Rühli.

Sprich: Wer den ganzen Tag sitzt, sollte richtig sitzen. Wer den ganzen Tag Gewichte hebt, sollte sie richtig heben. Und wer Leistungssport betreibt, sollte auf eine saubere Technik achten.

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