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Körper & Geist Masern – Impfung gegen die Amnesie des Immunsystems

Seit der Einführung der Masernimpfung vor 50 Jahren verminderte sich die Kindersterblichkeit deutlicher als erwartet.

Einer Person wird eine Impfung via Spritze verabreicht.
Legende: Die Masernimpfung schützt - möglicherweise nicht nur vor Masern Keystone

Forscher haben nun eine Erklärung dafür, warum seit Beginn der Masernimpfung auch die Kindersterblichkeit insgesamt abnahm: Die Impfung schützt wahrscheinlich indirekt auch jahrelang vor anderen Erkrankungen.

Darauf weise ein Vergleich von Daten zur Kindersterblichkeit aus England, Wales, Dänemark und den USA vor und nach der Einführung der Impfung hin, berichten Forscher der US-Universität Princeton in «Science». Eine Masern-Infektion schwächt das Immunsystem demnach noch lange Zeit und macht Betroffene anfälliger für andere Infektionen. Die Sterblichkeit durch andere Infektionen war eng an das Vorkommen von Masern gekoppelt – und zwar über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren nach einer Masern-Erkrankung.

Immun gegen diverse Keime

Eine mögliche Ursache sei, dass wichtige Immunzellen – die Lymphozyten – nach der Masern-Infektion zwar auf die Bekämpfung des Masern-Virus eingestellt sind, bei der Abwehr anderer Keime aber fehlen. Dadurch komme es zu einer Art Immun-Amnesie.

Die Masern-Impfung führe also nicht nur zu einer Herdenimmunität gegenüber diesem Virus, sondern auch gegenüber anderen Keimen, schlussfolgern die Forscher.

Herdenimmunität

Von Herdenimmunität spricht man, wenn sich eine Krankheit in der Bevölkerung nicht ausbreiten kann, weil sehr viele Menschen gegen den Erreger immun sind, etwa aufgrund einer breit eingeführten Impfung.

14 Kommentare

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  • Kommentar von B.Meier, Bern
    Der hier zitierte Bericht aus dem Science von Mina et. al (wieso wird der Autor/die Autoren nicht erwähnt?) stützt sich auf eine Hypothese die Aufgrund von Tierversuchen gemacht wurde. Es gibt weder eine Referenz- noch eine Kontrollstudie, weder mit einer anderen Tier- oder Menschengruppe, die die Hypothese stützen würden. Insofern ist die Hypothese vorerst nichts mehr als viel heisse Luft. Hyphothese=weder Fakt noch Wahrheit; eine Annahme aufgrund von beobachteten Daten die zu überprüfen sind
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  • Kommentar von Marianne Rieke Jegerlehner, Wildau
    ich habe so ziemlich alle sogenannten Kinderkrankheiten durchgemacht und muss sagen, wenn es damals schon diese Impfung gegeben hätte, wäre ich noch heute froh, wenn meine Eltern mich hätten impfen lassen. Es ist eine schmerzhafte und langwierige Erkrankung und nicht ohne Risiko für dauerhafte Folgeschäden. In meiner Jugend gab es auch viele Kinder mit Beinschienen oder in Rollstühlen, die die Folgen der Polioerkrankung zu tragen hatten. Soll man diese Impfung auch ignorieren?
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  • Kommentar von Egon Balmer, Grellingen
    Die Kindersterblichkeit ist Dank der Masernimpfung zurückgegangenen, die Zahl der Ignoranten hingegen steigt und steigt...
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