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Körper & Geist Weshalb uns Musik unter die Haut geht

Dass uns Musik unter die Haut geht, ist eine Binsenweisheit. Die dadurch ausgelöste Reaktion erfolgt wie bei Tieren völlig unwillkürlich – und doch unterscheiden wir uns in einem wichtigen Punkt von Katze & Co.

Ein Unterarm mit Hühnerhaut
Legende: Musik regt unser autonomes Nervensystem zu unwillkürlichen Reaktionen an – und erzeugt so zum Beispiel Hühnerhaut. Colourbox

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Arzt. Je nachdem, welche Geräusche sie durch die Tür des Behandlungszimmers hören, werden Sie die Praxis mit anderen Gefühlen betreten. Von Schmerzensschreien möchte man nicht empfangen werden. Musik hingegen beruhigt Patienten, und manchmal auch den Arzt. Und die Mitpatienten vor der Tür.

Wenn Musik beruhigen kann, dann kann sie auch das Gegenteil: aufregen. Entweder Hassgefühle auslösen oder wohlige Schauer – damit verbunden, wenn's intensiv genug ist: die Gänse- und Hühnerhaut. Ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, als wir noch ein Fell hatten, das sich bei Kälte aufplustern konnte und uns mit aufgestellten Haaren grösser aussehen liess. Was den erschrockenen Feind im Zweifelsfall genügend beeindrucken mochte, um von uns abzulassen.

Ob wir eine Hühnerhaut haben oder nicht, liegt im Ermessen unseres autonomen Nervensystems, das auf verschiedene Reize – Hitze, Kälte, auch Berührung, aber eben auch Schallwellen – reagiert. Ebenso wie bei einer Katze, die gleichfalls schnurrt, wenn sie verliebt oder zu Tode geängstigt ist.

Das Repertoire an Reaktionen ist begrenzt

Schuld ist die persönliche Reizschwelle: der Sympathikus – und dem ist es vollkommen egal, ob man sich wie besagte Katze sehr wohl fühlt oder erschrocken oder angststarr ist. Die Emotionen sind vielfältig, die Körperreaktionen nicht. Da können unterschiedlichste Emotionen ein und dieselbe Reaktion auslösen.

Immerhin: Die Verquickung Musik, Hühnerhaut und Vorstellungskraft, ist etwas ganz und gar Menschliches. Während die Katze nur auf einen direkten Reiz reagiert, kann es beim Menschen bereits durch die Vorstellung oder Erwartung eines emotionalen Moments zu einer Reaktion kommen: Unsere Haare stellen sich nicht nur auf, weil etwas passiert, sondern auch, weil wir wissen, dass gleich etwas passieren wird.

2 Kommentare

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  • Kommentar von matthias zuber, 2513 Twann
    Ziemlich nichtssagend, dieser Artikel, und zu guter letzt ein elemntarer Irrtum. Auch Tiere verfügen über die Unterscheidung von weil etwas passiert, und dass etwas passieren wird. Das gehört zu den fundamentalen Voraussetzungen jeder Tiererziehung, seit eh und je. Ausführlich wurde diese Tatsache vom Russischen Forscher Pawlov nachgewiesen. Man spricht vom Pawlovschen Reflex,wenn sich ein Tier durch Gewöhnung und Lernen auf ein noch nicht stattfindendes Ereignis einspielt.
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    1. Antwort von Heinz Müller, Bonaduz
      Der Pawlowsche Reflex bezieht sich auf die Konditionierung eines Hundes, dass es etwas zu essen gibt, wenn ein Glöckchen bimmelt. Sobald das Glöckchen bimmelt, wird er fortan Speichel bilden – was eine direkte Reaktion auf den Reiz "Bimmeln" ist. Das ist nicht mit menschlicher Intuition oder abstrahierter Antizipation vergleichbar.
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