Die grössten Fehler bei der Haarwäsche

Zu häufiges Haarwaschen kann der Kopfhaut schaden und die Haare angreifen: Dermatologe Martin Kägi erklärt, was dran ist an der Volksweisheit.

Eine Frau wäscht sich lachend die Haare. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Haare waschen – an sich keine Wissenschaft. imago

Juckende Kopfhaut, spröde Haare: Eine englische Bloggerin und Buchautorin will eine Lösung gegen diese Leiden gefunden haben. Sie verzichtete zwei Jahre lang gänzlich auf Shampoo, wusch ihre Haare nur mit Wasser und pflegte sie alle zwei Wochen mit einem rohen Ei. Ihr Fazit nach der Radikalkur: Das Haar wurde schön und natürlich. «Das ist sicher nicht das, was man als Dermatologe empfiehlt, aber es ist medizinisch betrachtet auch nicht gefährlich oder negativ», meint der Zürcher Dermatologe Martin Kägi dazu.

Doch auch wer aufs Shampoo nicht verzichten will, sollte mit den heute erhältlichen Produkten keine Probleme haben, meint der Dermatologe. «Die sind heute in der Regel nicht mehr schädlich, auch wenn man zweimal hintereinander shampooniert.» Menschen, die eher fettige Haare haben oder zu Schuppen neigen, profitieren davon, einmal am Tag ein mildes Shampoo zu verwenden. Menschen mit trockenem, sprödem Haar hilft es, ihre Haare seltener zu waschen und zusätzliche Pflegeprodukte einzusetzen.

Nicht täglich waschen?

Der Tipp geworden, Haare nicht täglich zu waschen, ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten. «Früher steckten in Shampoos in der Regel sehr starke Tenside, also fettlösende Inhaltsstoffe, die dann auch den Haarboden stark ausgetrocknet haben – deshalb die Empfehlung, eher seltener die Haare zu waschen. Heute mit milden, pH-neutralen Shampoos hat sich das geändert», erklärt Martin Kägi. Er empfiehlt Männer, eher täglich ihre Haare zu waschen, Frauen dagegen falls möglich eher alle zwei bis drei Tage.

Aus dermatologischer Sicht hat Kägi gegen die vielen Techniken des Haartrocknens wenig Vorbehalte. Ob abtupfen, auswringen oder trockenrubbeln: Aus hautärztlicher Sicht ist das egal. Was man aber vermeiden sollte ist das Trocknen mit dem Föhn über längere Zeit bei grosser Hitze.

Ähnliches gilt fürs Kämmen: «Alles, was die Durchblutung des Haarbodens verbessert, ist dem Haarwachstum dienlich», sagt Kägi. Eine Bürste, mit der man auch den Haarboden massiert, ist deswegen aus dermatologischer Sicht sicher sinnvoll.