Ohne fremde Hilfe geht es nicht mehr daheim

Wenn betreuende Angehörige ihre Aufgabe nicht mehr allein bewältigen können, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Die demenzkranke Person tritt ins Altersheim ein, oder es kommt eine Hilfskraft ins Haus. Karl Baumann hat eine Haushaltshilfe engagiert.

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«Alzheimer hautnah» (5) - Ohne fremde Hilfe geht es nicht mehr...

9:24 min, aus Puls vom 23.9.2013

Ehemänner und Ehefrauen, die demenzkranke Partnerinnen und Partner betreuen, stossen früher oder später meistens an die Grenze der Belastbarkeit. Die kranken Angehörigen benötigen sehr viel Aufmerksamkeit und sind unselbständig. Zusätzlich ist der ganze Haushalt zu führen, und auch die finanziellen Angelegenheiten dürfen nicht vernachlässigt werden.

Das alles wurde auch Karl Baumann zu viel, der seit Jahren seine an Alzheimer leidende Frau Annette betreut. Er beschloss, eine Haushaltshilfe zu engagieren. Nach einigen erfolglosen Versuchen fand er eine gute Haushälterin, die er fest anstellte.

Wer sich für eine solche Lösung entscheidet, muss sich bewusst sein:

  • Es ist für alle Beteiligten anspruchsvoll, unter einem Dach zu wohnen, gemeinsam den Haushalt zu führen und eine demenzkranke Person zu betreuen. Es ist gut möglich, dass man nicht sofort eine geeignete Person findet.
  • Auch sind rechtliche Fragen rund um das Arbeitsverhältnis abzuklären. Wer auf eine Vermittlungsagentur zurückgreift, sollte deren Bedingungen überprüfen. Wer direkt eine Hilfskraft anstellt, wird selbst zum Arbeitgeber.

Haushaltshilfen – Was muss man wissen?

Sehr praktische und breit gefächerte Informationen zu Haushaltshilfen findet man auf der Homepage der Stadt Zürich (siehe «Mehr zum Thema»). Die zusammengestellten Informationen gelten grundsätzlich für die ganze Schweiz. Behandelte Themen sind unter anderem: direkte Anstellung von in- und ausländischen Hausangestellten, Vermittlung durch Agenturen, legale und illegale Agenturen, Lohnfragen, Arbeitsrechtliches, Sozialversicherungen, Musterverträge, Verantwortlichkeiten etc.

Betreuungs-Angebot von Caritas Schweiz:

In einem Pilotprojekt vermittelt Caritas Schweiz qualifizierte Betreuerinnen und Betreuer aus Rumänien. Die Betreuerinnen und Betreuer leisten einen zeitlich befristeten Einsatz bei älteren betreuungsbedürftigen Personen zuhause. Sie kehren danach an ihre Arbeitsstelle in Rumänien zurück. Sie werden von der Caritas-Einsatzleitung begleitet. Das Projekt «In guten Händen – Von Caritas zuhause betreut» läuft bis jetzt in den Regionen Zürich, Zug und Luzern. Die Anstellungen orientieren sich am nationalen Normalarbeitsvertrag (NAV) für die Hauswirtschaft.

Auskünfte: Caritas Schweiz, Löwenstrasse 3, 6002 Luzern, Tel: 041 419 22 50, siehe auch Link unter «Mehr zum Thema».

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