Lässt sich ein Suizid verhindern?

«Wer darüber redet, tut es nicht» ist eine ebenso verbreitete wie falsche Binsenwahrheit zum Thema Suizid. Aber wie erkennt man, ob jemand gefährdet ist? Und was tun, wenn man mit der Absicht einer Selbsttötung konfrontiert wird?

Blumen erinnern an einen Menschen, der von dieser Brücke in den Tod gesprungen ist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Netze und zusätzliche Geländer auf Brücken oder Zäune bei Gleisen erschweren den Weg zum Suizid. Reuters

Seit Jahren ist die Schweiz im internationalen Vergleich einer traurigen Statistik immer weit vorne mit dabei: Überdurchschnittlich viele Menschen setzen hierzulande ihrem Leben selber ein Ende – zwischen 1300 und 1400 pro Jahr; mehr als im Strassenverkehr oder durch Gewalttaten ums Leben kommen.

Fast allen Suiziden gehen Hilferufe voraus. Für Angehörige und Bekannte ist es dabei oft schwierig, zwischen leeren Drohungen und ernsthaften Absichtserklärungen zu unterscheiden.

Warnzeichen und Risikofaktoren

  • Depressionen und grosse Hoffnungslosigkeit
  • Isolation, Rückzug von Freunden und Bekannten
  • Gleichgültigkeit gegenüber liebgewonnenen Dingen
  • Massiv geändert Schlaf- und Essgewohnheiten
  • Vermehrtes Thematisieren von Tod, Sterben, religiöser Symbolik
  • Vorangehende Suizidversuche
  • Persönliche Lebenskrisen wie der Tod einer nahestehenden Person, Verlust der Stelle, Trennung, Scheidung, finanzielle Probleme
  • Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit

Häufen sich bei einer bekannten Person obige Warnzeichen und äussert sie gar Suizidgedanken, sollte sie darauf angesprochen werden. Entgegen einer landläufigen Meinung bestärkt dies die Person nicht in einem allfälligen Entschluss.

Zeigt es sich, dass die Person Hilfe braucht, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt, dem psychiatrischen Notfalldienst oder der «Dargebotenen Hand»: Telefon 143