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Psyche Von den Olympiasiegern lernen

Mentaltraining dient nicht nur Spitzenathleten, sondern kann auch «normalen» Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen.

Legende: Video Mit Mentaltraining zum Erfolg – auch im Berufsleben? abspielen. Laufzeit 04:58 Minuten.
Aus Puls vom 17.02.2014.

Talent ist Voraussetzung, unermüdliches körperliches Training unerlässlich. Aber wer es im Spitzensport ganz nach oben schaffen will, kommt um mentales Training nicht herum. Besonders eindrücklich zeigt sich dies am Beispiel von Dario Cologna oder Dominique Gisin, die sich nach schweren Verletzungen wieder zurückgekämpft haben und für ihre Mühen mit Olympiagold belohnt wurden.

Das eigene Potenzial erkennen und besser ausschöpfen, mit Enttäuschungen und Erfolgen konstruktiv umgehen, sich von Verletzungen und Erkrankungen schneller erholen: Ziele, die sich mit mentaler Unterstützung besser erreichen lassen und nicht nur im Sport von Bedeutung sind. Wie gross das Bedürfnis diesbezüglich ist, zeigt ein kurzer Blick ins Internet: Der Suchbegriff «Mentaltraining» liefert rund 1,4 Millionen Google-Treffer – auf die Schweiz beschränkt immer noch über 95'000!

Jeder kann sich «Mentaltrainer» nennen

Die eindrückliche Vielfalt belegt nicht nur die grosse Nachfrage, sondern auch die grösste Schwäche des Angebots: «Mentaltrainer» oder «Mental-Coach» kann sich nennen, wer sich dazu berufen fühlt. Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, eidgenössisch anerkannte Ausbildungen gibt es keine. Zwar bietet eine Vielzahl von Verbänden und Instituten Kurse mit eigenen Zertifikaten an – für deren Erlangung reicht aber manchmal schon ein Wochenendseminar. Was genau hinter den allesamt eindrücklich klingenden Titeln steckt, lässt sich somit durch Laien kaum beurteilen.

Legende: Video Der intime Blick hinter das Geheimnis Mentaltraining abspielen. Laufzeit 10:01 Minuten.
Aus sportlounge vom 23.01.2012.

Spitzenathleten verlassen sich in der Regel auf die Unterstützung durch Sportpsychologen, die einen entsprechenden Abschluss vorzuweisen haben und häufig auch abseits des Sports tätig sind. Organisiert sind sie hierzulande in der 1968 gegründeten Swiss Association of Sport Psychology (SASP), wo Mentaltrainer ohne akademischen Abschluss ebenfalls Mitglied werden können. Dafür müssen sie jedoch mindestens eine Aus- oder Weiterbildung auf der Stufe eines Certificate of Advanced Studies vorweisen und eine Eintrittsprüfung bestehen.

Riesige Angebotsvielfalt

Wer sich die Möglichkeiten des mentalen Trainings im Alltag zunutze machen möchte, hat es nicht leicht: Das Angebot an Beratungen, Kursen, Workshops, CDs, Videos, Büchern etc. ist riesig und reicht von einfachen Entspannungsübungen bis hin zu Praktiken aus Pseudowissenschaft und Esoterik. Bewährte Methoden bauen auf Visualisierung, Selbstgesprächsregulation, Entspannungsmethoden und Selbstregulationstechniken auf. Wie diese Instrumente erfolgreich eingesetzt werden, lässt sich zum Beispiel in Kursen der Klub- und Volkshochschulen erlernen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Sidler Ursula, Eschenbach
    Die heutige unüberschaubare Vielfalt des Mentaltrainings macht es schwierig den richtigen Coach zu finden. Die angeboten Kurse der Trainer reichen von Managern bis hin zu Hausfrauen, die diese in wenigen Stunden oder Wochen erlernt haben wollen und oftmals nur auswendig erlernte Techniken anwenden und gar nicht von der akademischen Psychologie anerkannt sind. Da ist von Esoterik, Pseudowissenschaft bis hin zu "Gehirnwäsche" alles dabei. Deshalb Augen auf und nur professionelle Angebote nutzen.
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    1. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      Nebst Ausbildung+Weiterbildung ist das Wichtigste die Erfahrung, möglichst im selben Gebiet, wo man sich coachen lassen möchte. Wenn ich mich für einen Coach entscheiden müsste, würde ich ihn zuerst fragen, ob und konkret was er selbst erlebt/durchgemacht hat, d.h. ähnliche Probleme selbst mal gehabt und daraus gelernt. Theorie bringt hier wenig, sicher ein paar Werkzeuge aber der Rest sind Erfahrungen.
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