Zum Inhalt springen
Inhalt

Psyche Wenn kleine Kinder nicht richtig reden

Sieben Prozent der ansonsten unauffälligen Kleinkinder können nicht richtig reden. Wird eine Sprachentwicklungsstörung nicht frühzeitig erkannt, wirkt sie sich später meistens negativ auf die Lernfähigkeit des Kindes aus, vor allem auf die des Lesen- und Schreibenlernens.

Legende: Video Sprachstörungen: Lange Therapie, grosser Erfolg? abspielen. Laufzeit 05:32 Minuten.
Aus Puls vom 26.10.2015.

Die Sprachentwicklung eines Kindes geht normalerweise zügig voran. Ein Baby beginnt bereits mit ungefähr vier Monaten zu plaudern, mit 12 bis 18 Monaten bildet es erste einfache Wörter; der Wortschatz wächst jetzt relativ schnell auf um die 200 Wörter. Bereits im Alter von zwei Jahren bildet das Kind erste kleine Sätze, und ein Jahr später, mit drei also, kann es sich gut verständlich an Gesprächen beteiligen.

Sprachentwicklungsstörung

Einer der Gründe für eine Störung in der Entwicklung des Redenlernens ist häufig genetisch bedingt. Die Hälfte der betroffenen Kinder hat in der Familie weitere Personen, die davon betroffen sind.

Ein weiterer Grund: Im frühen Kindesalter spezialisieren sich die Hirnhälften; die linke Hälfte des Gehirns ist hauptsächlich für die Sprache zuständig. Bei Kindern mit einer Sprachentwicklungsstörung ist diese Entwicklung gestört, deshalb läuft die Sprachverarbeitung langsam und ineffizient. Statt wie im Normalfall ein bis zwei Mal, muss ein Kind mit einer Sprachentwicklungsstörung ein Wort bis zu zehn Mal hören, bis es den Weg vom Gehirn zum gesprochenen Wort findet.

Sprachtherapie

Kinder, die dies nicht lernen, erfinden selber merkwürdige Lautbildungen. Für ihre Umgebung sind sie nicht gut verständlich. Das merken die Kinder mit etwa drei Jahren; in der Folge ziehen sie sich zurück oder sie werden aggressiv und sie haben in der Schule Lernprobleme.

Um solche Sekundärprobleme zu verhindern, sollte bereits im Kindergartenalter mit der Therapie begonnen werden.

Eine Sprachentwicklungsstörung kann bereits mit drei Jahren diagnostiziert werden und sollte möglichst bald schon in die Sprachtherapie, damit sich die Störung bis Schuleintritt zurückgebildet hat und in seinem weiteren Lernen dadurch nicht beeinträchtigt wird.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die meisten dieser Kinder sind wohl KITA-Kinder +Opfer der verkehrt stehenden Kinderwagen. Die Eltern haben immer weniger direkten Kontakt zu den Kindern, was sich auf deren allgemeine Entwicklung auswirkt. Dazu kommen auch noch diese verkehrten Kinderwagen, die die Eltern auch während ihrer Aufsichtspflicht beim Spaziergang und Einkauf vor dem aufwendigen Sicht- und Sprachkontakt verschonen. Die Eltern sprechen in dieser Zeit lieber mit Erwachsenen und bedienen ihre Natels.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Regina Fürst, Chur
      Leider kann ich Ihren Kommentar nicht beipflichten. Ich habe meine Kinder stets getragen und zwar so, dass das Gesicht zu meinem Körper war. Unsere Familie liest und spricht/diskutiert viel. Die Erste hatte bereits mit 2 Jahren einen riesen Wortschatz. Das Letzte hatte seine eigene Sprache und weigerte sich bis zum 4. Lebensjahr unsere Worte zu sprechen. Weshalb seine Kommunikation noch heute sehr undeutlich ist. Ich kenne Kinder,die verbrachten den Tag vor dem TV und sprechen perfektes deutsch!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen