Badeunfälle: Jeder kann und muss helfen!

Die Badi-Saison ist eröffnet. Mit den warmen Temperaturen und den langen Wochenenden wird aber auch die Zahl der Wasserunfälle steigen. Ungeübte Lebensretter haben aber häufig Respekt davor, helfend einzugreifen. Das Schlimmste ist jedoch, gar nichts zu tun. Den Rettungsdienst rufen, kann jeder.

Rettungsdienst beatmet Wassersportler.
Bildlegende: Ob Profi- oder Laienretter: bei Notfällen am Wasser müssen alle helfend eingreifen können. colourbox.com

«Geraten Sie an eine Person, die in Not ist, müssen Sie einfach damit beginnen, zu helfen», rät Tanýa Bauer vom Schweizerischen Samariterbund, «ins Grübeln kommen, werden Sie erst später.»

Unfälle am Wasser sind vielfältig: von einfachen Schürfwunden über Wasser schlucken und einatmen bis hin zu Kreislaufkollapsen wegen Überhitzung, Unterkühlung oder Überanstrengung.

Hier ein paar Tipps, wie Sie bei einem Unfall im Wasser helfen können:

  • Schauen – Denken – Handeln: Reagieren Sie nicht überstürzt und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.
  • Eine Person in Not: Rufen Sie der Person zu, werfen Sie ihr Auftriebsmittel zu oder zeigen Sie ihr den Ausstieg. Gleichzeitig, falls nötig, den Rettungsdienst rufen.
  • Eine bewusstlose Person im Wasser (atmet noch, ist aber nicht ansprechbar): Auf sich aufmerksam machen, die Person aus dem Wasser ziehen oder mindestens den Patienten über Wasser halten.
  • Eine bewusstlose Person an Land: In eine stabile Bewusstlosenposition legen, so dass die Atemwege frei sind. Den Rettungsdienst über die Nummer 144 oder den Badmeister alarmieren. Beim Patienten bleiben bis professionelle Hilfe eintrifft.
  • Kommt die Person im Wasser wieder zu Bewusstsein: Die Person wird vermutlich erschrecken und sich am Retter festkrallen oder sich an ihm über Wasser halten. Eine ertrinkende Person entwickelt ungeahnte Kräfte. Damit bringt sie allenfalls den Retter in Gefahr.
  • Der Patient ist weder bei Bewusstsein, noch atmet er: spätestens an Land mit der Reanimation beginnen und den Rettungsdienst rufen.
  • Reanimation: 30 Stösse Herzmassage gefolgt von zwei Atemstössen in Mund oder Nase. Solange bis der Rettungsdienst eintrifft. Bei der Herzmassage beide Hände mit gestreckten Armen auf den unteren Teil des Brustbeines drücken und dabei den Brustkorb zirka fünf Zentimeter eindrücken. Das Lied «Stayin‘ alive» von den «Bee Gees» oder der «Radetzky Marsch» geben den Takt vor.

Denken Sie daran: Verhalten Sie sich vorsichtig, wenn Sie am Wasser sind. Das Element Wasser ist häufig gefährlicher, als es aussieht.

Redaktion: Brigitte Wenger