Krebs früh erkennen: Hoden abtasten

Medizin

Jährlich erkranken in der Schweiz rund 440 Männer an Hodenkrebs. Ohne Behandlung ist der Krebs meist tödlich, in den allermeisten Fällen ist Hodenkrebs heute jedoch heilbar. Die Heilungschancen sind in einem frühen Stadium am grössten. Darum soll der Mann routinemässig seine Hoden abtasten.

Schematische Darstellung der Hoden.
Bildlegende: Die Hoden, die beiden nussförmigen Ovale unter dem Penisschwellkörper, sind leicht ertastbar. colourbox.com

«Die Selbstuntersuchung der Hoden ist heute noch zu wenig Thema», sagt der leitende Urologe am Kantonsspital St. Gallen, Christoph Schwab, «dabei könnte sie zur normalen Körperpflege des Mannes gehören.»

Obwohl eher jüngere Männer von Hodenkrebs betroffen sind – laut der Krebsliga Schweiz sind 82 Prozent der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose noch keine 50 Jahre alt – rät der Urologe allen Männern, das Abtasten der Hoden zur Routine zu machen.

So geht es:

  • Mindestens einmal im Monat.
  • Stehend, am besten unter der Dusche. Denn dank der Wärme ist der Hodensack nicht angespannt.
  • Die Hoden (zirka Baumnuss-grosse Kugeln) einzeln zwischen Daumen und zwei Fingern leicht drehend abtasten und die Oberfläche erfühlen.
  • Abklären lassen, wenn die Oberfläche unregelmässig und höckerig ist, bei Schmerzen, bei Grössenunterschieden links und rechts, bei Verhärtungen, bei Veränderungen über die Zeit.

Auch die Nebenhoden, die auf dem Hoden sitzen, oder allfällige Vernarbungen sind fühlbar. Suchen Sie bei Unsicherheiten Ihren Hausarzt oder den Urologen auf.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Brigitte Wenger