Leben mit einem Messie

Das Leben mit einem Messie ist nicht einfach. Man lebt ständig im Chaos, hat das Gefühl, man müsste permanent aufräumen. Wie soll man mit einem Messie umgehen? Im «Ratgeber» gibt ein Experte Antworten.

Ein Chaos vor einem Haus.
Bildlegende: Der Messie kann nicht unterscheiden: Ist das für mich wichtig oder unwichtig? Er ist mit allem emotional verbunden. Grap/Wikimedia Commons

Thomas Heinsius, leitender Arzt der integrierten Psychiatrie in Winterthur, bietet Spezialsprechstunden für Menschen mit Angst- und Zwangsstörungen an und sagt, einen Messie erkennt man daran, dass die Person übertrieben stark an Gegenständen hängt und sich nur schwer von ihnen trennen kann und sie deshalb meterhoch in der Wohnung stapelt. Er rät Angehörigen oder Nachbarn von Messies:

- Als Partnerin oder Partner die Wohnung so weit aufräumen, dass sie auch für sie oder ihn noch bewohnbar bleibt - allerdings nicht ohne Rücksprache mit dem Betroffenen.

- Niemanden drängen, etwas zu ändern. Eine Möglichkeit, einen Messie zur Einsicht zu bewegen ist es, mit ihm zusammen diejenigen Punkte herauszufinden, die ihn selber an seiner Krankheit belasten. Anhand dieser Punkte kann man den Betroffenen möglicherweise dazu bringen, sich von einer Fachperson helfen zu lassen.

- Wenn ein Nachbar ein Messie ist und sich selber gefährdet allenfalls die Kindes- und Erwachsenenschutz-Behörde (Kesb) alarmieren - wenn das direkte Gespräch nichts bringt.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Sandra Witmer